Einige Klettertechniken

Auch für den Anfänger sind einige grundlegende Kenntnisse über Klettertechniken unabdingbar. Sie haben entscheidenden Einfluss auf den nötigen bzw. unnötigen Kraftverbrauch in bestimmten Klettersituationen.
Da wir in Niesky nur eine senkrechte Wand zur Verfügung haben
beschränke ich mich auf wenige Techniken.
Alle diese Techniken haben ein gemeinsames Ziel:
den Krafteinsatz der Arme zu minimieren.
Dafür gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte, zum Beispiel:
Lageveränderung des Körperschwerpunktes in Richtung Wand,
bessere Belastung der Tritte, Benutzung der Antagonisten (Trizeps),
Stabilisierungstechniken bei labilen Gleichgewichtssituationen.

Stabiles (unbelastetes) Weitertreten

Um die Belastung der Arme beim Treten zu reduzieren,
verlagert man das Körpergewicht auf den Tritt,
der nicht gelöst wird.
Eine gute Kontrolle erlangt man bei Anfängern,
indem eine Reepschnur die Kraftrichtung
des Körperschwerpunktes (Bauchnabel) verdeutlicht.
Bevor der Tritt gelöst wird muss die Reepschnur
genau über dem anderen Tritt positioniert werden.
Erst dann sollte (stabil) weitergetreten werden.

Eindrehen

Die Eindrehtechnik wird vor allem
im überhängenden Bereich genutzt,
bringt aber auch an Stellen Vorteile,
wo zum Beispiel relativ große Griffabstände
überwunden werden müssen.
Der Körperschwerpunkt wird durch diese Technik
bestmöglich an die Wand gebracht.
Man setzt den diagonalen Außenriss
zur greifenden Hand auf und dreht sich
auf den Haltearm.
Anschließend wird mit der gleichnamigen
Hand nach oben gegriffen.

Froschtechnik

Die Froschtechnik findet Anwendung
an bauchigen Passagen oder Kanten.
Sie hilft vor allem über große Griffabstände hinaus,
setzt aber eine gute Hüftbeweglichkeit voraus.
Dabei tritt man hoch an, setzt sich auf die Ferse des Trittes
(mit Verlagerung des Körperschwerpunktes)
und vollzieht das Aufstehen aus den Beinen.
Dieses Bild zeigt einen einseitigen Frosch.

Stützen und Spreizen

Typisch für Verschneidungskletterei findet
diese Technik vor allem bei großen Griffabständen
auch in senkrechter Wandkletterei Anwendung.
Auf der Seite des beabsichtigten Trittes
wird mit der Hand in Tritthöhe gestützt
und der Fuß auf diesen Griff gesetzt.

Die offene Tür

Die Situation einer "offenen Tür" tritt auf,
wenn der Körperschwerpunkt beim Lösen
eines Griffes außerhalb der Trittfläche wirkt.
Dann setzt (besonders im überhängenden Gelände)
ein Aufdrehen des Körpers ein
(in diesem Bild beim Lösen der linken Hand).
Um diesen Effekt zu bekämpfen gibt es verschiedene Varianten:
   
Beim Trittwechsel wird über zwei Zwischentritte der belastete Fuß gewechselt.
 
Durch Kreuzen der Beine hinten bzw. vorn wird die Position stabilisiert.

Weitere Möglichkeiten wären die Stabilisierung durch Körperspannung
und Nutzung des Unterarms zum Druckaufbau
oder das dynamische Weitergreifen (was eine Kenntnis des nächsten Griffs voraus setzt).