Bereits zum dritten Mal in diesem Kalenderjahr waren wir gemeinsam bei einer Veranstaltungsreihe in der Frauenkirche.

Am 20. Februar fand diese zum umfassenden Thema „Städte im Krieg, Städte für den Frieden“ statt. Vier Schüler aus der Klassenstufe 11, ein Schüler aus der Klassenstufe 10 und natürlich Herr Mönch, welcher dieses bis jetzt extrem lehrreiche Projekt ins Leben gerufen hat, waren vom FSG zugegen. Dadurch, dass dieser Termin in der zweiten Winterferienwoche lag, hatte nur die Hälfte unserer Gruppe, bestehend aus zehn Personen, Zeit, da viele im Urlaub waren. Nach der kurzen Eröffnung durch Frank Richter, dem Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche, ging es auch schon los.

Wir hörten einen 60-minütigen Vortrag von Eiichi Kido. Er sprach zu der Thematik „Tokio - das Inferno am 10. März 1945 und heute“. Kido ist Professor für internationale Politik an der Universität von Osaka und war bereits als Lektor an der Universität in Leipzig tätig. Er setzt sich für den Verzicht auf militärische Gewalt und die Bewahrung des Friedens durch Aufarbeitung der Vergangenheit ein. Zutiefst beeindruckt waren wir von der klaren Struktur und umfassenden Beleuchtung eines so komplexen Themas bei den Ausführungen über die grausamen Luftangriffe mit Brandbomben, welche die Zivilisten Tokios über sich ergehen lassen mussten. Begleitet wurde der Vortrag durch Katsuya Watanabe an der Oboe, welcher wunderbar für die musikalische Untermalung des Abends sorgte. Einen so faktenhaltigen Vortrag über die Bombardierung Tokios durch die USA im Zweiten Weltkrieg zu hören, vor allem von jemanden, der es auch aus Sicht der japanischen Bürger vermitteln kann, empfand ich als ungemein bereichernd. Über das Inferno in Tokio hatte ich selbst bis dahin noch nie viel gehört und mich auch nicht weiter damit beschäftigt. In Tokio wurden durch die Brandbombenangriffe 722.270 Gebäude niedergebrannt und es gab viele Todesopfer. Die Konflikte des asiatischen Raums werden in unserer westlichen Gegend generell eher spärlich erörtert weshalb ich sehr dankbar für diesen Vortrag war. Erschreckend wurde aufgezeigt, wie solch ein grausames Kriegsverbrechen bis heute unbestraft und oftmals vergessen ist. Jedoch ist es unsere Aufgabe, die Vergangenheit aufzuarbeiten, soweit wir können und uns stets weiterzubilden, nur so können wir Städte im Frieden als Dauerzustand etablieren.

Bist du neugierig geworden? Klingt das nicht interessant? Geht das nicht weit über das hinaus, was man im Unterricht erleben, erfahren und erwarten kann? Jeder Mitstreiter ist uns herzlich willkommen. Melde dich bei uns, wenn du mehr wissen willst. Jeder Schüler, ab Klassenstufe 9 oder 10, ist bei Interesse herzlich eingeladen. Gern kann man sich auch für einzelne auf Interesse stoßende Themen anmelden und beteiligen.