Unter diesem Thema stand das jährliche Gedenken zur Pogromnacht in Großröhrsdorf am Donnerstag, 09.11.2017. Die 26 Religionsschüler der 5b und 5d nahmen nicht nur daran teil, sondern gestalteten diese Stunde, in der sie sonst Unterricht haben, zugleich mit aus.

Gemeinsam sangen sie mit ihrem Religionslehrer Herrn Littig das hebräische Lied „He wenu schalom eleichen“ (Wir wünschen Frieden euch allen). Paula V., Paula T. und Anna G. spielten ein Stück gemeinsam auf ihrer Querflöte. Die insgesamt fast 50 Besucher hörten ein Grußwort der Bürgermeisterin Frau Ternes, dass das Schicksal der Großröhrsdorfer Familie Schönwald nicht vergessen werden darf, damit sich so ein schlimmes Verbrechen nicht wiederholt. In der berüchtigten „Kristallnacht“ 1938 wurden dieser jüdischen Familie alle Scheiben des Kaufhauses eingeworfen. Das Ehepaar floh für drei Jahre nach Berlin, von dort wurden sie deportiert und ermordet. Herr Littig erinnerte kritisch daran, dass der große Reformator Martin Luther nicht nur Bildung für alle Kinder gefordert hat, sondern leider sich auch gegenüber den Juden sehr gehässig geäußert hat aus Angst, sie könnten ihm die Reformation rückgängig machen. So dienten seine Aussagen 400 Jahre später den Nazis als Rechtfertigung der Zerstörung von Synagogen und Geschäften. Zum Gedenken legten Bürgermeisterin und Pfarrer eine weiße Rose und eine weiße Lilie auf den Gedenkstein nieder. Und alle Schüler hatten einen kleinen Kieselstein von zu Haus mitgebracht, den sie nach jüdischer Sitte ebenfalls auf den Gedenkstein ablegten. Dazu spielte Ruven S. auf seiner Blockflöte ein jiddisches Lied.