... Die Entwicklung der Lage in Skandinavien erfordert es, alle Vorbereitungen
dafür zu treffen, um mit Teilkräften der Wehrmacht Dänemark
und Norwegen zu besetzen („Fall Weserübung“). Hierdurch soll englischen
Übergriffen nach Skandinavien und der Ostsee vorgebeugt, unsere Erzbasis
in Schweden gesichert und für Kriegsmarine und Luftwaffe die Ausgangsstellung
gegen England erweitert werden.
Kriegsmarine und Luftwaffe fällt im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten
die Sicherung des Unternehmens gegen das Eingreifen englischer See- und
Luftstreitkräfte zu.
Die für „Fall Weserübung“ einzusetzenden Kräfte werden
im Hinblick auf unsere militärpolitische Stärke gegenüber
den nordischen Staaten so schwach als möglich gehalten. Ihre zahlenmäßige
Schwäche muß durch kühnes Handeln und überraschende
Durchführung ausgeglichen werden.
Grundsätzlich ist anzustreben, der Unternehmung den Charakter
einer friedlichen Besetzung zu geben, die den bewaffneten Schutz der Neutralität
der nordischen Staaten zum Ziel hat. Entsprechende Forderungen werden mit
Beginn der Besetzung den Regierungen übermittelt werden. Flotten-
und Luftdemonstrationen werden erforderlichenfalls den nötigen Nachdruck
geben. Trotzdem auftretender Widerstand ist unter Einsatz aller militärischen
Mittel zu brechen ...
[zit. nach: Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933-1945, herausgegeben und kommentiert von Walther Hofer, Frankfurt/Main 21957, 239]