- Die
Nordsee
- Allgemeines
über die Nordsee
- Entstehung
der Nordsee
- Küstenformen
- Watt
- Gezeiten
- Küstenschutz
- Landgewinnung
- landwirtschaftliche
Nutzung
- Die
Ostsee
- Allgemeines
über die Ostsee
- Entstehung
der Ostsee
- Küstenformen
- Küstenschutz
- Boden
des Küstenraums und dessen landwirtschaftliche Nutzung
- Vergleich
zwischen Nord- & Ostsee
- Definitionen
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1. Die
Nordsee
1.1 Allgemeines über
die Nordsee
Die Nordsee gehört zu den flachen, fischreichen Randmeeren des
Atlantischen Ozeans.
| Lage |
zwischen 51° und 61° N; 4°
W und 9° O |
| Größe bzw. Fläche |
575.000 km² |
| Anrainerstaaten |
Deutschland
Dänemark
Norwegen
Großbritanien
Niederlande
Belgien |
| Tiefen |
mittlere Tiefe: 94m
Tiefe der Deutschen Bucht: 20m
tiefste Stelle: 238m
flachste Stelle (Doggerbank): 13m |
| Salzgehalt |
35% nördl. Nordsee
32% Deutsche Bucht
an Flußmündungen schwach salzig |
Verbindungen besitzt die Nordsee im Norden durch die Straße von
Dover mit demAtlantik und durch Skagerak und Nord-Ostsee-Kanalwird die
Nordsee mit der Ostsee verbunden.
1.2 Entstehung

Die Entstehung der Nordsee begann mit der
Saalevereisung (230.000 bis 110.000 vor Chr.). In dieser Zeit wurde eine
ca. 500m dicke Schicht durch die Moränen abgelagert. Diese Schicht
bildet den bis heute erhaltenen Kern von Sylt, Amrum und Föhr.
In der Weichselvereisung (90.000 bis 10.000 v. Chr.) entstand zwischen
England und Europa eine Festlandsbrücke. Im Gebiet der Nordsee oder
der Nordseeküste waren während der Vereisung keine Gletscher.
Somit konnte sich aus dem Material (Sandmassen und Kies), welches durch
Schmelzwasser transportiert wurde, der heute höhergelegene Geestrücken
entwickeln (Ableitung von güst = trocken, überwiegend Sandböden,
gehobenes Land gegenüber Marsch). Südöstlich der
Doggerbank konnte sich ein großflächiger Schmelzwassersee
bilden.
Während der Flandrischen Transgression (7000 bis 5000 v. Chr.), Überflutung
des Landes durch das Meer, wurde das Land zwischen England und Europa
durch eine Absenkung des Meeresbodens überschwemmt. Dadurch konnten
Sandstein und Konglomeraten entstehen. Die Nordsee vereinigte sich durch
die Überflutung mit dem Atlantik auf Höhe der holländischen
Insel Texel.
Weitere Ausformung der Nordseeküste erfolgte nun nur noch durch:
- einzelne Sturmfluten
- Gezeiten
- Meeresspiegelanstieg und -schwankungen (damals rund 100m unter NN)
1.3 Küstenformen
Die unterschiedlichen Küstenformen wurden durch
- Eiszeiten (Saalever.: Wirkung der Moränen; Weichselver.:
Schmelzwasserströme)
- Meeresspiegelschwankungen und Gezeiten
- einzelne Sturmfluten
- Eingriff des Menschen in die Gestaltung und Erhaltung der Küstenlinie
in Form von Deichbau und Neulandgewinnung gebildet.
| 1. Trichtermündung |
Die Trichtermündung erhält
ihren Namen durch ihre Form.
Entstehung:
Diese Küstenform entsteht durch Gezeitenströmungen, an
den Stellen, wo Flüsse weniger Material akkumulieren als Ebbe
und Flut abtragen können.
Bsp.: Elbe, Weser, Ems |
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| 2. Steilküste |
Die Steilküste wird auch Kliff
genannt.
Entstehung:
(am Bsp. von Helgoland)
Vor ca. 225 Millionen Jahren gab es an Stelle der Nordsee ein
salziges Binnenmeer, das Zechstein-Meer. Durch Verdunstung des
Wassers blieb das Salz zurück und es entstanden bis zu 500 m
dicke Salzlager. Auf diese Salzschicht lagerte sich in Trias, Jura
und Kreide eine etwa 700 m dicke Schicht aus Ablagerungen auf. Durch
Druck und Pressung entstand aus diesen Ablagerungen Bundsandstein.
Die Salzschicht, die darunter lag, war dem Gewicht nicht gewachsen
und sackte ab. Während der Eiszeit kam es zu Hebungen und
Senkungen von Land und Meer. Die Deckschicht (Bundsandstein) kippte
und das Salz drängte nach oben. Dadurch ist das Kliff auf
Helgoland entstanden. Ein weiteres Beispiel wäre die Steilwand
auf Sylt. |
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| 3. Bucht |
Die Bucht ist eine Einbiegung an einer
Tiefenzone an der Küste.
Entstehung:
Die Bucht ist durch die Eiszeit entstanden. Später wurde sie
durch Sturmfluten und Gezeiten vergrößert, durch
Landgewinnungsmaßnahmen des Menschen verkleinert. So entstand
das heutige Erscheinungsbild.
Bsp.: Dollart und Jadebusen |
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| 4. Nordfriesische Inseln |
Diese Inseln sind Reste des ehemaligen
Festlandes. Im 13 Jhd. wurde der nordfriesische Raum durch
Sturmfluten stark zerklüftet. Zusätzlich kam es aber auch
durch niedrige Deiche und Torfabbau zur Austrocknung und Absackung
des Bodens. Die Landteile die unter NN lagen wurden überflutet.
Die Auflösung in einzelne Inseln und Halligen und des
Festlandes passierte durch ca. 10 große Sturmfluten. Heute
sind nur noch 10 Halligen, 4 Inseln und 1 Halbinsel vorhanden.
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| 5. Ostfriesische Inseln |
Diese Inseln im Gebiet der südlichen
Nordsee sind noch sehr jung. Die Ankunft der Nordsee an den höhergelegenen
ostfriesischen Geestrand erfolgte vor ungefähr 4500 Jahren. Vom
Geestrand bis zur heutigen Linie der Inseln fällt der
Meeresboden leicht ab. Bei Flut kommt es zur Anschwemmung von
gewaltigen Sandmassen, die bei nachlassender Wellenenergie zur
Entstehung von Sandwällen oder Riffen beitragen. Bei Ebbe
fallen diese Gebiete trocken und der Sand kann durch den Wind zu Dünen
verfrachtet werden. Es kommt nun zur Anhäufung von immer mehr
Sand im Wind- und Strömungsschatten der Inseln. Durch eine
dichter werdende Pflanzendecke kommt es zu Verfestigungen. Eine
Insel kann sich bilden. Die ostriesischen Inseln wandern von Westen
nach Osten, da an der Westseite die Abtragung des Sandes erfolgt und
im Wind- und Strömungsschatten (Ostseite) die Ablagerung
erfolgt. Zwischen den Inseln bilden sich große Priele, die
sogenannten Seegaten. |
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1.4
Watt
Das Watt ist ca. 6000 bis 8000 Jahre alt. Es enthält Minerale und
organische Stoffe. 1300 n. Chr. waren große Teile des Wattes noch
Land. Durch Sturmfluten und Meeresspiegelanstieg entstand allmählig
das Watt. Während der Eiszeiten wurden Schlick und Sand abgelagert.
Das ostfriesische Watt ist ca. 5-7 km breit, das Watt von Jade bis Eider
10-15 km und das nordfriesische Watt ist sogar 15-20 km breit. Das Watt
wird von vielen Prielen durchzogen, die ca. 1/3 der Wattfläche
bedecken. Dieses sogenannte Prielsystem fällt bei Ebbe nicht
trocken.
1.5 Die Gezeiten - Ebbe
und Flut
Die Gezeiten entstehen durch die Gravitationskraft von Erde, Mond und
Sonne. Dabei ist die Anziehungskraft des Mondes größer als
die der Sonne (nur ca. 40% der Anziehungskraft des Mondes), da der Mond
wesentlich näher an der Erde ist. Wenn der Mond nun über einen
bestimmten Punkt ist, wirkt die starke Anziehungskraft des Mondes,
sodass dort ein Wasserberg (Zenitflut) entsteht. Die Wasserfläche,
die am weitesten vom Mond weg ist bildet ebenfalls einen Wasserberg
(Nadirflut). Dieser entsteht durch die Fliehkraft und die Rotationskraft
von Erde-Mond. Somit ist in zwei Gebieten gleichzeitig Flut. Die Gebiete
die zwischen beiden Flutbergen liegen haben Ebbe. Die Gezeiten, Ebbe und
Flut, wechseln sich ab, sodass an einem "Mondtag" meistens
zweimal Ebbe und Flut eintreten. Da ein Mondtag nicht genau 24h beträgt,
kommt es zu Verschiebungen der Hochwasserzeiten in einem Gebiet. Die
Sonne hat eigentlich nur einen geringen Einfluß auf die Gezeiten.
Sie verstärkt oder vermindert die Gezeitenhöhe, in
Zusammenwirkung mit dem Mond. Bilden zum Beispiel Sonne, Erde und Mond
eine Linie (Voll- und Neumondperiode) addieren sich die Gravitationskräfte
von Sonne und Mond, es kommt zur Springtide. Stehen aber Sonne und Mond
in Bezug auf die Erde im rechten Winkel kommt es zur Nipptide. Weiterhin
werden die Gezeiten durch die Verteilung von Land und Meer, Art der
Meere (offener Ozean, Randmeer, Binnenmeer) und durch die Form der Küste
beeinflußt.
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1.6
Küstenschutz
Der Küstenschutz erfolgt in Form von:
1. Deichbau: Der Deich hat eine Breite von ca. 100 m mit einer Höhe
von knapp 9 m. Das heutige Festland wird durch mehrere Deichreihen geschützt.
2. Dammbau: Der Damm ist eine Barriere gegen küstenparallele Strömungen.
Er fördert die Sedimentation. Beispiele sind Hindenburgdamm, Damm
nach Oland, nach Langneß und nach Nordstrandischmoor.
3. Speerwerke wie das Eiderspeerwerk
4. Halligen: Durch Halligen wird die Wellenenergie verringert, was
besonders wichtig bei Sturmfluten ist.
5. Landgewinnung: Durch Landgewinnungsmaßnahmen kommt es zur
Brechung der Wellen und zur Verringerung der Wellenenergie.
1.7 Landgewinnung
Die Landgewinnung erfolgt an der Nordsee durch den Bau von Lahnungen.
Diese sind ca.400x400m groß und bestehen aus einer Doppelreihe von
2m langen Holzpfählen im Abstand von ca.40cm, die in den Wattboden
gehauen werden. In diese sogenannten Schlickfänger wird anschließend
Reisig in den Zwischenräume festgetrampelt und schließlich
das ganze mit Draht befestigt. Wenn es bei der Flut zum Stillstand des
Wassers kommt, lagert sich Schlick ab. Diese Ablagerung erfolgt Schicht
auf Schicht (3cm jährlich). Wenn es zur Aufschlickung des Wattes
bis zu 50cm unter dem mittleren Hochwasser gekommen ist, beginnt die
Ansiedlung von ersten Pflanzen, wie Queller und Schlickgras. Ist es bis
zur Aufschlickung von 30cm unter dem mittleren Hochwasser gekommen,
werden Grüppen ausgehoben. Zwischen diesen Grüppen, die im
Abstand von 10m und mit einer Breite von 2m und 1m Tiefe ausgehoben
werden, wird der Schlick auf die 6-8m breiten Beete aufgeschichtet.
Dadurch kommt es zur schnellen Ansiedlung von Pflanzen, die den Boden
durch ihre Wurzeln festigen. Dieser Aushub wird etwa 5-7 mal wiederholt.
Mit der Zeit sind bald keine Lahnungen mehr erkennbar und der normale
Tidenhub kann das Gebiet nicht mehr erreichen, es ist Neuland (Marsch)
entstanden. Durch Regen wird das Salz aus den Salzwiesen, die entstanden
sind, ausgespült und es können sich neue Pflanzenarten
ansiedeln. Wenn die Fläche des Neulandes groß genug geworden
ist und gute Bodenverhältnisse bestehen, wird diese Fläche
eingedeicht, es entsteht ein Koog.
1.8 Landwirtschaftliche
Nutzung
Nach der unternommenen Eindeichung beginnt die Entwässerung des
Bodens, damit dieser für die Nutzung als Weide- oder Ackerland in
Frage kommen kann. Bei der Weide, die hauptsächlich durch Rinder
und Schafe genutzt werden, ist keine tiefe Entwässerung nötig.
Schafe werden vor, auf und hinter dem Hauptdeich gehalten. Sie halten
die Grasnarbe kurz. Dadurch, dass die Schafe das Gras nicht mit der
Wurzel ausreisen und sie leicht genug sind, dass die Grasnarbe nicht
verletzt wird, können sie in diesem Gebiet Problemlos gehalten
werden. Die Rinder werden auf Grund ihres höheren Gewichtes mehr
landeinwärts gehalten, meist hinter dem zweiten Deich. Der Ackerbau
besteht vorwiegend aus Getreideanbau (Weizen). Dafür ist aber eine
tiefe Entwässerung und eine gute Durchlüftung des Bodens nötig.
Die Entwässerung erfolgt hierbei durch ein Grabensystem, dass das
Wasser zu den Sielen leitet. Das Wasser läuft dann durch die
Sieltore, die sich im Deich befinden in die Nordsee.
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