Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 3: Konfliktbewältigung durch die Methode Forumtheater

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Konfliktbewältigung durch die Methode Forumtheater

Die Rolle der Spielleitung

Die Anleitung des Forumtheaters durch die Spielleitung

Die Aussagen der Spielleitung sind klar und eindeutig. Dadurch kann schnell ein Gefühl von direktivem Handeln aufkommen, worum es aber nicht geht. Warum sind klare Aussagen wichtig? Im Prozess des Theaterspielens verlassen die Schüler den sicheren Rahmen des Alltagshandelns und begeben sich auf neues Terrain, empfinden andere Gefühle als gewöhnlich, stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Die bis dahin bewährten Verhaltensstrategien haben keine Gültigkeit mehr. In diesem Zustand der Verunsicherung ist es wichtig, dass die anleitende Person durch klare, eindeutige Spiel- und Handlungsanweisungen Orientierung bietet, Halt vermittelt.

Was ist, wenn Tränen fließen?

Eine immer wieder gestellte Frage im Bezug zum Forumtheater lautet:

„Und was ist, wenn jemand in Tränen ausbricht, die gespielte Rolle eigene zurückliegende Ohnmachts- oder Gewalterfahrungen aufbrechen lässt?“

Wie verhält sich die Spielleitung an dieser Stelle?

Es sei gesagt, dass sich diese Situation nur sehr selten ereignet. Und trotzdem ist die Frage nicht nur berechtigt, sondern wichtig.

Resultierend aus den Erfahrungen unserer mehrjährigen Arbeit sagen wir Ihnen:

Haben Sie keine Angst vor Tränen! Tränen sind ein Zeichen von Berührtsein. Wenn ein Mensch weint, lösen sich aufgestaute Gefühle, Unbearbeitetes tritt zu Tage, das Thema wurde getroffen. Geben Sie diesen Gefühlen Raum und der betroffenen Person ein Gefühl von Zuwendung. Bevor sich eine Person so weit öffnet, muss die Situation in der Gruppe stimmen. Wie Sie sicherlich bestätigen können, hält sich ein Schüler, der sich nicht sicher fühlt, emotional eher zurück.

Dadurch, dass Lehrer ihre Klassen gut kennen, ist es wichtig, auf die individuellen Erfahrungen mit der jeweiligen Gruppe zu vertrauen. Das eigene Gefühl weiß am besten, was in schwierigen Situationen zu tun ist.