Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 2: Projekte zum handlungsorientierten Lernen – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie - Forumtheater
Titelbild

Projekte zum handlungsorientierten Lernen

Ideensammlung, Gruppenarbeit, Konkretisierung

The World Café (120 min)

Kurzbeschreibung

Intention des World Cafés ist, eine möglichst heterogen zusammengesetzte Gruppe von Menschen in intensive Gespräche zu bringen: Durch angeregten Austausch zu einem gemeinsamen Thema sollen kreative Lösungen und Ideen entstehen. Dies soll geschehen, in dem sich die Gedanken der Teilnehmer vernetzen und befruchten und die kollektive Intelligenz der Gruppe genutzt wird.

Das World Café kann zwei Stunden bis zwei Tage dauern und mit 20 bis über 1000 Personen durchgeführt werden.

Raumgestaltung

Leitidee des World Cafés ist die lockere Gestaltung eines Straßencafés, in dem sich Menschen zwanglos unterhalten. Entsprechend sitzen die Teilnehmer jeweils zu viert oder fünft an kleinen, hübsch gestalteten Tischen. Die Café-Atmosphäre und die kleinen Gruppen bewirken erfahrungsgemäß, dass die Teilnehmer beginnen, sich füreinander zu interessieren, sich zuzuhören, sich fremden Meinungen zu öffnen und an diesen anzuknüpfen.

Anleitung

Aufgabenstellung

Die Teilnehmer erhalten eine einzige Frage oder eine Sequenz von aufeinander abgestimmten Fragen. Im Rahmen eines Strategie-Cafés für eine Sales Mannschaft könnten diese z. B. lauten: Was müssen wir tun, um Trendscouts zu werden? Wie gut kennen wir den Kunden und seine Bedarfe? Wie können wir mehr Umsatz generieren?

Ablauf

Die Teilnehmer unterhalten sich an ihren Tischen für ca. 20 bis 45 Minuten zur ersten oder den beiden ersten Fragen. Danach sucht jeder einen neuen Tisch auf und bringt die bisherigen Erkenntnisse als „Meinungsbotschaft“ in die neu zusammengesetzte Runde ein. Nur einer bleibt am alten Tisch zurück. Als „Gastgeber“ heißt er die neuen Teilnehmer willkommen und erzählt, was an seinem Tisch bislang besprochen wurde. Dann arbeiten alle an der alten oder neuen Fragestellung weiter, bis es zum nächsten Wechsel kommt usw. Die Ideen, Themen und Fragen beginnen sich allmählich zu vertiefen und zu verlinken.

Vernetzung

Zum einen werden die Ideen durch den stetigen Wechsel der Tischgesellschaften und den mündlichen Austausch vernetzt. Zum anderen zeichnen die Teilnehmer ihre Gedanken auf Papiertischdecken, die am Tisch verbleiben. Die Gedanken können daher von der nächsten Runde gelesen und ergänzt werden. Schlüssel-Erkenntnisse werden zwischendrin auch im Plenum mitgeteilt – und können zusätzlich auf Moderationskarten notiert von Tisch zu Tisch durch den Seminarraum zirkulieren.

Einsatzfelder

Eingesetzt werden kann die Methode im Unternehmen, Verbänden, Gemeinden, politischen Parteien und sonstigen Organisationen und Systemen, die ein bestimmtes Thema angehen wollen. Das World Café eignet sich

Weniger geeignet ist die Methode, wenn es darum geht, schnelle Ergebnisse zu erzielen und sofort Maßnahmepläne zu erstellen.

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