Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Modulbezogene Methoden – Podiumsdiskussion
„Coca Cola - Produktion in Indien“

Name

Podiumsdiskussion „Coca Cola - Produktion in Indien“

Ziel

Perspektivwechsel zum Betrachten des Problems aus verschiedenen Blickwinkeln

Vorraussetzung
Material

Anlage A23.1 für den Moderator, den Zeitungsartikel mit der Problembeschreibung für alle Gruppen / Teilnehmer kopiert (A23.3), die Rollenkarten (Anlagen A23.4, A23.5 und A23.6) je in mehreren ausgedruckten Exemplaren für die Kleingruppen

Anlage A23.1 Intro Zurufabfrage Coca Cola Indien Anlage A23.3 Rollenspiel Coca Cola in Indien Anlage A23.4 Coca Cola-Management Anlage A23.5 Regierung von Kerala Anlage A23.6 Vereinigung für Bürgerrechte

Vorbereitung

Zu Beginn führt der Moderator in das Thema ein. Er erzählt über die spezielle Situation in Kerala (im Vergleich zu Indien allgemein), führt kurz in das ländliche Leben in der Region ein.
Außerdem erzählt er, seit wann Coca Cola in Indien produziert, mit welchem Erfolg etc., dass es seit zwei Jahren das Werk in Kerala gibt und dass es darum Konflikte gibt. Zur Einstimmung kann die Powerpoint-Präsentation (A23.1) bis zur Folie 4 gezeigt werden.

Ablauf

Der Moderator begrüßt zunächst alle Anwesenden auf dem Podium und auch im Publikum und lädt zur Diskussion ein (siehe A23.1). Er weist darauf hin, dass die im Publikum Sitzenden weiterhin ihrer Gruppe angehören – und in dieser Position an der Diskussion teilnehmen können.
Der Moderator bittet die Personen auf dem Podium, in jeweils fünf Minuten ihre Position vorzutragen.

Podiumsdiskussion Cocoa Cola in Indien

Podiumsdiskussion Cocoa Cola in Indien

In der Fragerunde sollte zunächst direkt auf die Aussagen der Teilnehmer eingegangen und dabei Konflikte herausgearbeitet werden. Dies kann erfolgen, indem im Publikum Anwesende dazu motiviert werden, Fragen zu stellen oder ihren Vertreter auf dem Podium zu unterstützen.
Verschiedene Aspekte können dabei noch zusätzlich ins Spiel gebracht werden:

  1. Vertreter der Union fragen, warum sie sich nicht auf den Staat verlassen.
  2. Vertreter der Regierung fragen, warum sie Demonstranten festnehmen lassen (Bezug auf Demo im August 2003).
  3. Vertreter der Regierung fragen, warum keine konkreten Maßnahmen in Anbetracht der Studien.
  4. Welche Vorteile bringen der Regierung Unternehmen wie Coca Cola?
  5. Diskussion um Abwägung von Arbeitsplätzen und Recht auf Wasser
  6. Frage nach den Preisen: Coca Cola verkauft auch abgefülltes Wasser: Viel teurer – darüber zu Privatisierung und Privatisierungsformen kommen
  7. Wasser als Ware vs. Menschenrecht
  8. nicht nur Coca Cola: Pepsi im Nachbarbezirk, hin zu allgemeinerem Muster

Auswertung

Nach der Podiumsdiskussion sollte es eine Reflexionsrunde geben. Der Moderator fragt,

  1. wie einfach oder schwer es war, sich in die Rolle hinein zu finden,
  2. wie sich die Schüler in ihrer Rolle gefühlt haben,
  3. wie die Schüler zu ihrer jeweiligen Rolle stehen (ablehnend, verständnisvoll ...),
  4. wie sie die Problematik persönlich einschätzen,
  5. welche Handlungsmöglichkeiten es gibt.

Zur Vertiefung:
Der Moderator gibt am Ende der Podiumsdiskussion eine kurze Beschreibung der tatsächlichen Ereignisse in Kerala, verbunden mit den Strategien der Akteure. (siehe Anlage A23.1 ab Seite 5)