Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Modulbezogene Methoden – Erzähltheater „Von der Not zur Hilfsmaßnahme“

Name

Erzähltheater „Von der Not zur Hilfsmaßnahme“

Ziel

Die Teilnehmer lernen,

  • den Weg einer Geldspende von der Katastrophe bis zur Durchführung Nothilfemaßnahme am Katastrophenort;

  • Aufgaben von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen und

  • die zeit-, raum-, material-, personal- und technikabhängige Planung, Organisation und Durchführung von Nothilfemaßnahmen kennen

Sie erkennen, dass Hilfsmaßnahmen komplexe, zeit-, finanz- und personalaufwendige Projekte sind.

Vorraussetzung
Material

Zuvor wurden schon die Schritte eines Hilfsprojektes erläutert und an der Tafel visualisiert (Anlage H07.5).

Materialien:

  • Geschichte zum Erzähltheater (Anlage H07.2)
  • Weltkarte
  • Laminierte Karten für Ortsbezeichnungen „Dresden“, „Sri Lanka“
  • Laminierte Karte mit dem Namen des Hilfsprojektes in Sri Lanka: „Trinkwasserversorgung, Verteilung von Küchengerätschaften und Desinfektionsmitteln für Tsunami-Opfer in Sri Lanka“
  • Kreppband (zum Abkleben von Bereichen Inland und Ausland)
  • Rollenkarten mit Name und Tätigkeitsbeschreibung – Anlage H07.3 (Es sind 20 Rollenkarten verfügbar. Wenn es mehr Teilnehmer gibt, müssen Rollen doppelt vergeben werden. Geeignet hierfür sind z. B. der Vorstand des Vereines, die Hilfskräfte im Brunnenreinigungsteam, die Prüfer im Auswärtigen Amt, die Hilfskräfte bei der Verteilung der Küchengeräte und Spender. Der Rest kann die Opfer der Katastrophe darstellen.)
  • Klebeetiketten mit Nummern
  • Wollknäuel (zum Visualisieren von Kommunikationsabläufen)
  • Kiste mit Materialien für jede Rolle (Die Materialienkiste kann bei arche noVa e. V. (0351/4943595 oder 0172/3427249) ausgeliehen werden oder nach den Angaben in Anlage H07.4 selbst nachgefertigt werden.)
Anlage H07.2 Geschichte Erzähltheater Anlage H07.3 Rollenkarten Von der Not zur Hilfsmaßnahme Anlage H07.4 Materialienliste Von der Not zur Hilfe Anlage H07.5 Stationen Von der Not zur Hilfsmaßnahme

Vorbereitung

„Wir wollen uns nun am Beispiel von einem Hilfsprojekt von arche noVa praktisch anschauen, wie Hilfsprojekte ablaufen, d. h. wir spielen das mal nach. Wir nennen diese Methode Erzähltheater – ich bin der Erzähler und ihr seid die Schauspieler.
Es geht in unserem Beispiel-Hilfsprojekt um die Wassernotversorgung, Verteilung von Küchengerätschaften und Desinfektionsmitteln für Tsunami-Opfer in Sri Lanka. Wie ihr seht, haben wir im Raum mit Kreppband zwei Bereiche abgegrenzt. Der eine Bereich ist das Inland (jetzt Schilder hinlegen und ebenfalls am Boden befestigen), das ist das arche noVa-Büro in Dresden und das andere ist das Ausland, in unserem Beispiel Sri Lanka.
Im Folgenden werden wir euch Rollenkarten austeilen. Auf der Vorderseite steht, wer ihr seid (Bezeichnung des Mitarbeiters) und auf der Rückseite stehen Informationen, was ihr wo macht für unser Beispielhilfsprojekt.

  1. Zuerst macht ihr euch klar, wer ihr seid.
  2. Geht dann zur Materialkiste und nehmt euch dort das zu euch passende Utensil heraus (tauscht euch aus, jeder bekommt ein Material, wir helfen euch weiter wenn ihr Fragen habt).
  3. Dann befestigt ihr eure Rollenkarte sichtbar mit Kreppband an eurer Kleidung.
  4. Anschließend nimmt sich jeder einen Stuhl und stellt ihn in dem Bereich im Raum auf, wo ihr für das Hilfsprojekt tätig seit (Inland oder Ausland oder dazwischen?) und setzt euch auf den Stuhl.

...“

(Tipp: diese vier Aufgabenschritte auf Metaplankarten
visualisieren: 1. ..., 2. ..., 3. ..., 4. ...)

Ablauf

„Jetzt hat jeder von euch eine Rolle, das passende Material und eine Aufgabe im Hilfsprojekt. Der „Erzähler“ wird euch jetzt die Geschichte von diesem Hilfsprojekt erzählen. Wenn ihr während der erzählten Geschichte euren Rollenamen hört, stellt ihr euch ganz kurz der Gruppe vor, erzählt was ihr wo macht und erklärt, was für Material ihr benötigt.
Um das ganze noch etwas schwieriger zu machen, gibt es zusätzlich noch ein Wollknäuel. Dieses wird im Laufe der Geschichte von Person zu Person weitergegeben, indem jeweils der zuletzt genannte den Faden festhält und das Knäuel weitergibt (Damit werden die Kommunikationsschritte verdeutlicht).“
(s. a. Anlage H07.1)

Anlage H07.1 Ablauf Erzähltheater Von der Not zur Hilfsmaßnahme

Auswertung

  1. Emotionale Auswertung:
    • Was habt ihr grade erfahren?
    • Was habt ihr empfunden?
  2. Inhaltliche Auswertung:
    • Habt ihr einen so hohen Aufwand für ein Hilfsprojekt vermutet?
    • Wer trägt am meisten Verantwortung in einem Hilfsprojekt?
    • Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit und die Medien in Deutschland?
    • Wie hoch ist eurer Meinung nach der Anteil von „eurer“ Spende, der für die Koordination und Anschiebung eines Projektes verwendet werden sollte?
    • Wo kann es im Projektablauf Probleme oder Risiken geben?