Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Modulbezogene Methoden – Jetzt reicht's mir!

Name

Jetzt reicht's mir!

Ziel

1. differenzierte Auseinandersetzung mit Bildern und subjektiver Wahrnehmung

  • durch Bilder übermittelte Bedeutungszusammenhänge hinterfragen und Wahrnehmungszusammenhänge reflektieren

  • den Umgang mit Symbolisierung und Ästhetisierung von Wirklichkeit üben

  • den Umgang mit der Wirklichkeit als einer Konstruktion von Deutungsmustern und Weltbildern üben

2. Bewusstmachung von gesellschaftlichen Problemfeldern

3. die Ambivalenz von Bedürfnissen erfahren

Konflikte treten nicht nur aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse mehrere Menschen auf, sondern auch ein Mensch steht mit seinen eigenen ambivalenten Wünschen häufig im Konflikt.

4. Toleranzkompetenz trainieren

  • unterschiedliche Perspektiven nachvollziehen können, die Vielfalt der Sichtweisen und Bedürfnisse erkennen und sich der eigenen Positionen klar werden

  • Widersprüche aushalten lernen, aber sich der Konsequenzen seines Handelns und Nicht-Handelns bewusst werden

Handlungsoptionen und neue Lösungen für Konfliktsituationen

Vorraussetzung
Material

„Toleranzbilder“ Fotobox für die politische Bildung
Verlag Bertelsmann Stiftung ISBN 3-89204-835-5

Vorbereitung

Auf dem Boden werden drei Felder gekennzeichnet: das finde ich gut – das toleriere ich – das toleriere ich nicht. Zwischen „das toleriere ich“ und „das toleriere ich nicht“ wird eine Toleranzgrenze mit Kreppband gezogen.

Ablauf

15 Toleranzbilder werden auf dem Boden ausgebreitet.
Die Schüler bilden Gruppen aus je drei Schülern. Jede Gruppe sucht sich ein Bild aus, das sie anspricht und mit dem sie den Begriff Toleranz in Verbindung bringen können. Die restliche Karten werden beiseite gelegt.
Nachdem jede Gruppe ein Bild gewählt hat, die 4 Fragen visualisieren und vorlesen.

  • Was sehe ich auf dem Foto?
  • Was machen die Menschen? In welcher Beziehung stehen sie zueinander?
  • Welche Gefühle werden bei mir ausgelöst?
  • Worin besteht das Problem?

Die Gruppen bekommen einige Minuten Zeit, über diese 4 Fragen nachzudenken und sollen daraufhin nacheinander ihr Bild in dem Bereich der drei Felder platzieren, den sie für richtig halten. (Je weiter rechts der Toleranzgrenze, desto weniger tolerieren sie die Situation, die sie auf dem Bild sehen. Je weiter links der Grenze, desto mehr tolerieren sie die Situation oder sind mit ihr einverstanden.) Dazu sollen sie die 4 Fragen zu ihrem Bild beantworten.

Auswertung

Wenn alle an der Reihe waren, Frage seitens des Teamers: Erkennt jemand etwas ganz anderes auf einem der Bilder? Hätte jemand ein Bild ganz wo anders platziert? Unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen werden deutlich.

Daraufhin können folgende Fragen in die Runde gestellt werden:

  • Was ist zu tun, wenn die Grenze der Toleranz erreicht ist?
  • Wer ist verantwortlich?
  • Betrifft dieses Problem nur einzelne oder das gesamt Gemeinwesen?
  • Wie gehe ich mit meiner Ohnmacht um, wenn ich keine Chancen auf Veränderung sehe?

Anhand von Beispielen zu den Bildern können noch folgende Fragen diskutiert werden:

  • Kann ich Haltungen tolerieren, ohne sie zu verstehen?
  • Warum liegen einige Dinge, die mich stören, trotzdem im Bereich meiner Toleranz?
  • Was bedeutet Intoleranz?