Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Modulbezogene Methoden – Maskenspiel

Name

Maskenspiel

Ziel

Diese Übung macht nonverbale Kommunikation deutlich, wie Bewertungen und Interpretationen aus Beobachtetem in unseren Köpfen werden und demzufolge wie unser Verstand Urteile fällt, aus denen auch Vorurteile werden können.

Vorraussetzung
Material

Anlagen C09.1 und C09.2
Zusätzlich: Jede der 2 Gruppen braucht eine Maske aus Papier. 3 Räume für eine getrennte Vorbereitung, Kreppband zur Markierung / Zonierung des Raumes

Anlage C09.1 Ablauf „Maskenspiel In der Wüste“ Anlage C09.2 laminierte Rollenkarten Maskenspiel

Vorbereitung

Die Klasse wird in 4 Gruppen (2 aktive und 2 Beobachtergruppen) geteilt.
Außerdem einen Zettel mit einer Regieanweisung: In jede Gruppe geht ein Teamer mit.

Ablauf

Im Folgenden müssen die Moderatoren drei Gruppen getrennt unterschiedliche Aufgaben und Arbeitsanweisungen vermitteln. Dazu nimmt man am besten Arbeitsblätter für jede Gruppe:

1. Gruppe

Ihr lebt an einer Oase in der Wüste. Ihr seid ein gastfreundliches Volk. Hinter eurer Oase fällt eine tiefe Schlucht ab (am Ende des Raumes), in der schon viele den Tod gefunden haben.
Dort vorn seht ihr ein Nomadenvolk auf eure Oase zukommen. Ihr wollt sie empfangen und sie vor der Schlucht warnen. Doch ist es sicher, dass ihr ihre Sprache nicht sprecht und auch nicht versteht. Überlegt euch, wie ihr Ihnen dies deutlich macht.
10 min Zeit

2. Gruppe

Ihr seid ein Nomadenvolk in der Wüste. Schon lange habt ihr keinen Bissen mehr zu euch genommen, weil alles ausgetrocknet ist und sich auch kein Tier blicken ließ. Dort vorn entdeckt ihr eine Oase und habt die Hoffnung, dort Menschen zu finden, die euch etwas von ihren Vorräten abgeben. Diese vermutet ihr hinter der Oase (am Ende des Raumes), den großen „Vorratskeller“. Das Problem ist, dass ihr die Sprache der anderen Völker nicht sprecht und auch nicht versteht. Überlegt, wie Ihr eurer Anliegen den anderen deutlich macht.
10 min Zeit

3. und 4. Gruppe

(Beobachtergruppen für Gruppen 1 & 2; bleiben im Spielraum)
Beobachtet die beiden Gruppen unter folgenden Gesichtspunkten und macht euch Notizen:
Was sehr ihr (was, wer, wo, ...?)
Wie verhalten sich die Darsteller?
Was passiert dort und was hat das für Gründe?
Was kommt euch komisch vor?

Nach der Erarbeitungszeit geht es wie folgt weiter:
(!!! Niemand spricht während des Experiments ein Wort)

  1. Die beiden Beobachtergruppen sitzen im Stuhlkreis und haben Zettel und Stift für Notizen parat (es wird während des Spiels kein Wort gewechselt, die Beobachter sollen auch nicht lachen).
  2. Die Gruppe 1 betritt den Raum und stellt sich ohne ein Wort zu sprechen vor die mit Kreppband gezogene Linie.
  3. Die Gruppe 2 betritt den Raum und beginnt mit der nonverbalen gestischen Kommunikation mit Gruppe 1.

Das Experiment wird vom Spielleiter abgebrochen, wenn die Situation eskaliert oder anhaltend stagniert.

Auswertung

!!! Achtung: Auflösung der Rollen und der Spielanleitungen erst nach der Fragerunde
Moderierte Spielanalyse mit Fragen:
Wie hat sich die Gruppe verhalten?
Wie hat die Gruppe auf das Verhalten der anderen reagiert?
Welche Gründe gibt es dafür?
Was habt ihr beobachtet (noch ohne die Wertungen und Interpretationen)?
Was habt ihr bei bestimmten Beobachtungen von den anderen gedacht?
Kennt ihr Alltagssituationen, wo es euch so ähnlich ging?
Nun kann die tatsächliche Situation erklärt werden und mit diesem Wissen nochmals reflektiert und diskutiert werden.