Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Modulbezogene Methoden – Konfliktbarometer

Name

Konfliktbarometer

Ziel

Die Teilnehmenden erkennen, dass Konflikte von Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden, da wir Konflikte aus unseren Erfahrung und Perspektive heraus beurteilen.

Erkennen, dass Konflikte auch positive Potentiale bergen, da sie z. B. auf Missstände aufmerksam machen und damit eine Chance zur Veränderung darstellen können.

Erkennen, dass Konflikte überall dort entstehen wo Menschen aufeinander treffen und kommunizieren. Das heißt, Konflikte gehören zum menschlichen Zusammenleben dazu („sind normal“).

Vorraussetzung
Material

Anlage C03.1
Karten mit Begriffen rund um das Thema Konflikte
z. B. Begriffe aus der Kartenabfrage oder Begriffe vorgeben: Streik, Demonstration, Krieg, Ehestreit, Beziehungskrise, Mobbing, Kempelei auf Schulhof,...

Anlage C03.1 Konflikte-Barometer

Vorbereitung

Die Teilnehmer sitzen im Stuhlkreis. Mit Kreppband oder Kreide wird auf dem Boden ein langer Strich gezogen, davon ein Ende mit „–“ (für negative Gefühle), das andere Ende mit „+“ (für positive Gefühle) und die Mitte mit 0 (für neutral) markieren.

Ablauf

Nun wird durch einen Moderator eine bestimmte Konfliktart / -situation geschildert. Alle Teilnehmer sollen sich daraufhin jeder nach seinem Gefühl positionieren (durch Hinstellen auf dem Barometer, Abstufungen zwischen den Markierungen sind möglich).
Nach jedem Begriff fragt der Moderator einzelne Teilnehmer kurz nach den Begründungen für ihre Positionierung. Das Stimmungsbild kann an der Tafel festgehalten werden (siehe Foto und Auswertung).
Insgesamt werden 4 - 6 Situationen / Begriffe nacheinander auf diese Weise bearbeitet. Dabei ist es günstig, die Schüler nach einer Positionierung und kurzer Befragung wieder hinsetzen zu lassen, um ein Wirrwarr bzw. Unübersichtlichkeit zu vermeiden.

Konfliktbarometer

Konfliktbarometer

Auswertung

Mögliche Visualisierung des Stimmungsbildes während der Methode
X: wenige Positionierungen
XX: mehrere Positionierungen
XXX: viele Positionierungen

 

+

0

Demonstration

XX

XXX

X

Ehestreit

 

X

XXX

Mobbing

X

X

XXX

...

 

 

 

Fragen:
Wie sieht deine / eure Gesamtbilanz aus?
Überwiegen eher positive, negative oder neutrale Assoziationen?
Welche Erfahrungen kommen darin zum Ausdruck?
Sind Konflikte grundsätzlich negativ? (anstrengend, gewaltsam, unbequem,...)
Was sind positive Aspekte an einem aufkommenden Konflikt?

Es ergibt sich eine Gesamtbilanz der Klasse hinsichtlich der Assoziationen zu bestimmten Begriffen um das Thema „Konflikte“.

Möglicherweise werden sich die negativen Assoziationen häufen. Hier ist es wichtig, nochmals die Beispiele und Begründungen der positiven Positionierungen zu nennen, um zu zeigen, dass Konflikte auch eine positive Seite haben können (Konflikt als Chance zur Veränderung, aufmerksam machen auf Missstände, Annäherung durch notwendigen Dialog, ...).

!!! Aber natürlich nicht alle Konflikte als etwas supertolles darstellen, sondern differenzieren, bis wann ein Konflikt eine Chance sein kann (Dialog, Veränderung) und wann ein Konflikt nur noch negative Auswirkungen hat (Eskalation, Gewalt).