Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens – Methoden

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Allgemeine Methoden – Weltspiel

Name

Weltspiel

Ziel

Wissensstand abfragen, Wissen vermitteln, Simulation und emotionales Erfassen von globalen Zusammenhängen.

Vorraussetzung
Material

Fünf große Zettel mit den Namen der Kontinente Nordamerika, Südamerika, Afrika, Europa und Asien (zu Asien gehören in dieser Aktivität Australien und Neuseeland) und die Auswertetabelle
siehe Anlage:

Anlage A04.1 – Weltspiel

Vorbereitung

Die Kontinentschilder werden im Raum auf dem Boden oder an den Wänden so verteilt, dass sie in etwa ihrer tatsächlichen geografischen Lage zueinander entsprechen. In der Mitte des Raumes sollte noch so viel Platz gelassen werden, dass alle Teilnehmer mit ihren Stühlen dort hin passen.

Ablauf

Phase I

Alle Teilnehmer gehen mit ihren Stühlen in die Mitte des Raumes und repräsentieren die Weltbevölkerung. Im Folgenden sollen sich die Teilnehmer einigen, wie die Weltbevölkerung auf die fünf Kontinente aufgeteilt werden kann, damit sie der tatsächlichen Anzahl von Menschen auf den Kontinenten entspricht. Hat sich die Gruppe geeinigt, verteilen sie sich entsprechend auf den ausgelegten Kontinenten im Raum, ohne ihre Stühle mitzunehmen. Die geschätzte Bevölkerungszahl der einzelnen Kontinente wird auf der entsprechenden Wandzeitung notiert. Jetzt teilt das Team die tatsächliche Zahl aus Tabelle I mit, die ebenfalls aufgeschrieben und mit der geschätzten verglichen wird. Auch die Differenz wird notiert. Gegebenenfalls wird die Verteilung im Raum gemäß der tatsächlichen Angabe korrigiert.

Phase II

Jetzt kommen die Stühle ins Spiel. Die Stühle repräsentieren das Welteinkommen (es müssen so viele Stühle wie Teilnehmer sein). Sie sollen nun so auf die Kontinente verteilt werden, wie die Teilnehmer die tatsächliche Verteilung des Welteinkommens schätzen. Alle Stühle werden dafür benutzt. Auch hier wird wieder die geschätzte Zahl mit der tatsächlichen aus der Tabelle II verglichen und gegebenenfalls die Differenz festgestellt. Alle Zahlen werden in die Tabelle eingetragen. Die Stühle, die auf Kontinenten zuviel sind, werden dort abgestellt wo welche fehlen und umgekehrt.

Phase III

Die „Weltbevölkerung“ verteilt sich nun wieder so auf die Kontinente wie in Phase I und setzt sich auf die dort aufgestellten Stühle, die das Welteinkommen und die Verteilung des Reichtums symbolisieren. Auf einigen Kontinenten sitzen nun viele Teilnehmer auf wenigen Stühlen, und auf den anderen sitzen wenige Teilnehmer auf vielen Stühlen. Dadurch wird das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Verteilung des Reichtums weltweit bildhaft verdeutlicht.

Auswertung

Fragen an die Gruppe:

  1. Habt ihr andere Zahlen im Kopf gehabt? Wenn ja, warum?
  2. Was denkt ihr über das Missverhältnis zwischen Bevölkerung Reichtum und Ressourcenverbrauch bzw. zur Verfügung stehendem Süßwasser?
  3. Wie kommt es dazu?