Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 2: Ansätze für soziales Lernen

Ansatz 1: Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

zum Start der Ansätze für soziales Lernen
Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens
Projekte zum handlungsorientierten Lernen
So ein Theater mit der Demokratie – Forumtheater
Titelbild

Projekttage zu Themen des globalen und sozialen Lernens

Allgemeines zu Projekttagen

Erzähl mir etwas und ich werde es vergessen.

Zeig mir etwas und ich erinnere mich vielleicht daran.

Lass mich etwas erleben und ich werde es verstehen.

Ziele

Lernziele geben an, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Bewusstseins- oder Verhaltensveränderungen nach Beendigung der Bildungsprozesse bei den Teilnehmenden erreicht werden sollen.

Bildungsprozesse sind untergliedert und haben jeweils Zielstufen:

 

Bildungseinheiten können mit Hilfe eines ZIM übersichtlich gemacht werden. Das ZIM ist eine Tabelle, in welcher der Bildungsprozess Schritt für Schritt aufgelistet wird. Der Name rührt her von den drei wichtigsten Spalten der Tabelle: Ziel, Inhalt, Methode (ZIM). Weitere Spalten beinhalten z. B. die Zeitdauer, die Rolle des Moderators und die Hilfsmittel.

Tipp: Ziele sollten SMART sein, d. h.

spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

Methodik

Projekttage sind interaktive Bildungseinheiten mit Bewegung und Experimentcharakter. Es wird angestrebt, möglichst wenig direkten Input zu vermitteln, sondern die Teilnehmenden mit vielfältigen Methoden und deren Auswertung zum Lernerfolg zu führen. Dabei sollen die vielfältigen und abwechslungsreichen Methoden nicht ihrer selbst wegen durchgeführt werden. Sie sind die Mittel auf dem Weg zum Lernziel.

Entsprechend der Ziele bestehen die Themenbausteine aus mehreren Methoden. Dabei können Methoden nicht willkürlich miteinander kombiniert werden. Sie werden – einem roten Faden folgend – aufeinander aufgebaut.

Es wird die Philosophie verfolgt, dass das meiste Wissen und ein Verständnis für die behandelten Themen bei einzelnen Teilnehmenden aus einer Gruppe/Klasse bereits (unbewusst) vorhanden sind und nur „hervorgeholt“ werden müssen. Diese Aktivierung des Wissens erfolgt durch gezielte Fragstellungen, beteiligungsorientierte Methoden, lebensnahe Beispiele. Das vorhandene Wissen wird so reflektiert, ergänzt und vernetzt (AHA-Effekt).

Tipp: Die Teilnehmenden dort abholen, wo sie stehen, d. h. an den Erfahrungen und der Lebenswelt der Teilnehmenden anknüpfen.

Moderation

Der Moderator unterstützt, d. h. strukturiert und visualisiert, die Arbeit der Projektgruppe. Die Aufgaben eines Moderators sind:

Tipp: Der Moderator spricht idealer Weise während der Bildungseinheit weniger als die Teilnehmenden zusammen.

Visualisierung

Das Thema des Tages, der Tagesablauf mit allen Themeneinheiten und die erarbeiteten Materialien (z. B. mind maps, Plakate, Collagen) werden im Projektraum angebracht. Sie sind allgegenwärtig, schaffen eine Arbeitsatmosphäre, sind zur Erinnerung an Erfahrenes und Erlebtes und zur Einordnung des Gegenwärtigen und von Kommendem greifbar.

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