Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 1: Modulares Methodentraining für schüleraktives Lernen

Modul 3: Einen Handlungsablauf erarbeiten – Methoden der Fallanalyse – Methode 2 – Fallarbeit im Rechtskundeunterricht

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Einen Handlungsablauf erarbeiten

Methode 2 – Fallarbeit im Rechtskundeunterricht

Grundidee

Die Grundidee der Fallarbeit ist es, den Rechtskundeunterricht durch lebensweltliche Fallbeispiele zu veranschaulichen., sodass der Lernende sich Rechtskenntnisse aneignet, um sie strategisch-funktional als „Waffe im Leben“ zu nutzen.

Durchführung

Der Fall: Konfrontation

Situations- und Problemanalyse

Bearbeitung des Falles

Vertiefung: Transfer/Ausweitung

vgl.: H.-P. Füssel, 1992

Beispiel

vgl.: H.-P. Füssel, 1992

Der Fall: Konfrontation

Evelyn (15 Jahre) berichtet ihrer Freundin Gaby (16 Jahre), was mit Claudia (15 Jahre) passiert ist:

Evelyn: Claudia ist ganz schön fertig, sie sagt, sie habe dickes Pech gehabt!
Gaby: Erzähl' doch mal!
Evelyn: Vor zwei Monaten wollte sie mit dem Bus in die Stadt fahren und einkaufen. Sonst nimmt sie das Fahrrad, aber diesmal wollte sie mit dem Bus fahren.
Ihre Mutter hatte ihr das Fahrgeld gegeben. Aber sie hat dann doch keine Fahrkarte gekauft, weil sie noch Geld für ein T-Shirt brauchte.
Gaby: Und?
Evelyn: Zwei Stationen weiter stieg ein Kontrolleur ein. Der wollte ihren Fahrausweis sehen. Das war ein Schreck!
Gaby: Was hat Claudia gemacht?
Evelyn: Sie wollte ganz schnell aussteigen, aber das ging nicht. Der Kontrolleur hinderte sie daran.
Gaby: Und dann?
Evelyn: Er wollte, dass sie den Fahrpreis bezahlt. Zudem sollte sie noch eine „Vertragsstrafe“ von 20,- € bezahlen. Aber soviel Geld hatte sie nicht. Und dazu sollte sie noch ihren Ausweis zeigen, aber den hatte sie – du kennst sie ja – natürlich nicht dabei.
Gaby: Und nun?
Evelyn: Jetzt kommt's. Der Kontrolleur hat sie aufgefordert, mit zur Polizei zu gehen. Dort wurden ihre Personalien überprüft, und sie konnte gehen. Sie hatte jetzt keine Lust mehr, in die Stadt zu fahren und einzukaufen.
Gaby: War das alles?
Evelyn: Claudia war schon das dritte Mal ohne Fahrschein angetroffen worden, und die Verkehrsgesellschaft zeigte sie an. Da musste sie zum Polizeirevier kommen, und hier wurde sie befragt. Sie hat alles zugegeben. Drei Wochen später erhielt sie eine Anklageschrift, die auch ihre Eltern bekamen.
Gaby: Anklageschrift?! Und dann?
Evelyn: Sie musste dann zum Jugendgericht. Es gab eine Gerichtsverhandlung, und der Richter hat ihr eine achtstündige Arbeit aufgegeben, die sie im Altenheim ableisten muss.
Gaby: Musste sie denn auch die „Vertragsstrafe“ und den Fahrpreis für die Busfahrt bezahlen?
Evelyn: Natürlich, denn das Geld bekommt ja die Verkehrsgesellschaft. Jedenfalls, Claudia hat sich das T-Shirt nicht gekauft.

Situations- und Problemanalyse

1. Beschreibt, wie es Claudia ergangen ist. Wann hat sie sich falsch verhalten?
2. Welche beiden Konsequenzen hat das „Schwarzfahren“ für Claudia?

Bearbeitung des Falles

Vertiefung: Transfer/Ausweitung


Materialien

Basisinformationen zum Strafrecht Strafprozessordnung (StPO) und Strafgesetzbuch (StGB)

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