Evelyn: Claudia ist ganz schön fertig, sie sagt, sie habe dickes Pech gehabt!
Gaby: Erzähl' doch mal!
Evelyn: Vor zwei Monaten wollte sie mit dem Bus in die Stadt fahren und einkaufen. Sonst nimmt sie das Fahrrad, aber diesmal wollte sie mit dem Bus fahren.
Ihre Mutter hatte ihr das Fahrgeld gegeben. Aber sie hat dann doch keine Fahrkarte gekauft, weil sie noch Geld für ein T-Shirt brauchte.
Gaby: Und?
Evelyn: Zwei Stationen weiter stieg ein Kontrolleur ein. Der wollte ihren Fahrausweis sehen. Das war ein Schreck!
Gaby: Was hat Claudia gemacht?
Evelyn: Sie wollte ganz schnell aussteigen, aber das ging nicht. Der Kontrolleur hinderte sie daran.
Gaby: Und dann?
Evelyn: Er wollte, dass sie den Fahrpreis bezahlt. Zudem sollte sie noch eine Vertragsstrafe von 20,- € bezahlen. Aber soviel Geld hatte sie nicht. Und dazu sollte sie noch ihren Ausweis zeigen, aber den hatte sie – du kennst sie ja – natürlich nicht dabei.
Gaby: Und nun?
Evelyn: Jetzt kommt's. Der Kontrolleur hat sie aufgefordert, mit zur Polizei zu gehen. Dort wurden ihre Personalien überprüft, und sie konnte gehen. Sie hatte jetzt keine Lust mehr, in die Stadt zu fahren und einzukaufen.
Gaby: War das alles?
Evelyn: Claudia war schon das dritte Mal ohne Fahrschein angetroffen worden, und die Verkehrsgesellschaft zeigte sie an. Da musste sie zum Polizeirevier kommen, und hier wurde sie befragt. Sie hat alles zugegeben. Drei Wochen später erhielt sie eine Anklageschrift, die auch ihre Eltern bekamen.
Gaby: Anklageschrift?! Und dann?
Evelyn: Sie musste dann zum Jugendgericht. Es gab eine Gerichtsverhandlung, und der Richter hat ihr eine achtstündige Arbeit aufgegeben, die sie im Altenheim ableisten muss.
Gaby: Musste sie denn auch die Vertragsstrafe und den Fahrpreis für die Busfahrt bezahlen?
Evelyn: Natürlich, denn das Geld bekommt ja die Verkehrsgesellschaft. Jedenfalls, Claudia hat sich das T-Shirt nicht gekauft. |