Methodenkompendium: Demokratieerziehung an Schulen
Teil 1: Modulares Methodentraining für schüleraktives Lernen

Modul 2: Demokratisch sprechen – In Gruppen arbeiten – Methode 1 – Gruppenunterricht

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Demokratisch Sprechen

Methode 1 – Gruppenunterricht

Grundidee

Gruppenarbeit dient als Baustein zum Erwerb von Sozial- und Selbstkompetenzen, die über den Unterricht hinaus auch für die Zukunft der Schüler Bedeutung haben. Die Anforderungen an diese Sozialkompetenzen setzen selbst wiederum Fähigkeiten im Bereich der Selbst- und Methodenkompetenz der Lernenden voraus:

Diese Fähigkeiten sollen im Gruppenunterricht angesprochen und gefördert werden.

Formen und Anwendungsgebiete

vgl.: H. Prior, 1985, S. 155f.

Durchführung

Phasen der Gruppenarbeit

vgl.: H. Meyer, 1994, S. 244

Arbeitsaufträge

Meyer (1994) empfiehlt, zwischen geschlossenen, offenen und freien Arbeitsaufträgen zu unterscheiden:

vgl.: H. Meyer, 1994, S. 257f.

Tipp

vgl.: H.-D. Dann/T. Diegritz/H.S. Rosenbusch, 2002, S. 13

Gruppenbildung

Die Gruppenbildung kann nach vier Kriterien erfolgen:

vgl.: H. Gudjons, 1993

Tipp

Die ideale Gruppengröße beträgt 3-5 Personen.

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Sitzordnung

Sitzordnung

vgl.: H. Meyer, 1994, S. 260

Die Sitzordnung ist flexibel und im Falle einer längeren Gruppenarbeitsphase durch 90°-Drehung eines Tisches schnell in eine „Gruppenplattform“ umwandelbar.

Die Sitzordnung gewährt Blickkontakt zur Tafel und zum Lehrertisch (wichtig bei Präsentationen und lehrerzentrierten Einschüben).

Sitzordnung

vgl.: H. Klippert, 1998, S. 52

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Regeln des Gruppenunterrichts

Regeln nach H. Meyer

vgl.: H. Meyer, 1994, S. 266

Der Lehrer im Gruppenunterricht

Lehrer müssen lernen, mit einem gewissen Maß an Unstrukturiertheit umgehen zu können, und sie müssen einen Teil ihrer Autorität aufgeben.

 

Grundkonflikt: Eingreifen oder Nicht-Eingreifen

Eingreifen

Nicht-Eingreifen

Ich muss die Gruppen gezielt bilden!

Ich muss die Gruppen sich selbst zusammenraufen lassen!

Ich muss die Aufgaben in den Gruppen verteilen!

Die Schüler müssen die Aufgabenverteilung selbst hinkriegen!

Ich muss Disziplin, Mitarbeit und Ergebnisse kontrollieren!

Ich muss die Gruppe selbstständig arbeiten lassen!

Ich muss in Gruppenkonflikte aktiv eingreifen!

Ich muss mich bei Auseinandersetzungen heraushalten!

Ich muss den vorgefassten Zeitplan einhalten!

Ich muss den Schülern Zeit nach Bedarf geben!

Ich muss die Auswertung nach meinen Vorstellungen durchführen!

Ich muss den Schülern Freiraum lassen!

Ich muss die Auswertung straff durchziehen!

Ich muss alle Gruppen drankommen lassen!

vgl.: H.-D. Dann/T. Diegritz/H.S. Rosenbusch, 2002, S. 13

Drei Lehrertypen bei Gruppenarbeit

vgl.: H.-D. Dann/T. Diegritz/H.S. Rosenbusch, 2002, S. 14

Auswertung der Gruppenarbeit

Kriterienraster

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Fragebogen

vgl. Bendler, 1995, S.13;
http://www.teachsam.de/paed/gruppe/paed_grupu/paed_grup_unt_4_2_2.htm

Der nachfolgende Fragebogen dient dazu, verschiedene Aspekte des Gruppenprozesses während des Gruppenunterrichts transparent zu machen.

  1. Bitte füllen Sie den Fragebogen nach der Unterrichtsstunde/dem Zeitraum aus, in der Sie in einer Gruppe gearbeitet haben.
  2. Bitte jeweils eine Zahl ankreuzen!
  3. Je zwei Gruppenmitglieder nehmen die anonymen Bogen und rechnen die Durchschnittswerte aus.
  4. Diese Durchschnittswerte werden fortlaufend in eine Kurve eingetragen.
  5. Vor der nächsten Gruppenarbeit können die Ergebnisse der kleinen Gruppenprozessanalyse in nicht mehr als 10 Minuten miteinander besprochen und ggf. Veränderungsvorschläge eingebracht werden.
Kleine Prozessanalyse Fragebogen

vgl.: H. Gudjons, 1978, S. 170f., leicht verändert u. gekürzt;
http://www.teachsam.de/paed/gruppe/paed_grupu/vorlagen/papb_1.htm

Der nachfolgende Fragebogen dient zur subjektiven Selbsteinschätzung der Schüler während des Gruppenunterrichts und soll damit verschiedene Aspekte des Gruppenprozesses einsichtig machen.

  1. Bitte füllen Sie den Fragebogen nach der Unterrichtsstunde/dem Zeitraum aus, in der Sie in einer Gruppe gearbeitet haben.
  2. Kreuzen Sie jeweils ein Feld an, das Ihrer Einschätzung am nächsten liegt.
  3. Lehrer wertet die anonymen Fragebögen aus und gibt der Gruppe zu Beginn der nächsten Gruppensitzung Rückmeldung über den Interaktionsprozess. (z. B. besonders negative Einschätzungen werden auf den Rückmeldungsbögen markiert)
  4. Gruppen werden zu Beginn der nächsten Gruppensitzung aufgefordert,  Verbesserungsvorschläge zu diskutieren.
  5. Der Lehrer lässt sich danach an den Gruppentischen berichten, was sich die Gruppe für die kommende Gruppensitzung vorgenommen hat.
Tübinger Fragebogen Fragebogen

vgl.: Brunner/Huber, 1989, S.106, leicht verändert

Beispiel

Arbeitsblatt

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