[ design-cibox Template ]
 
Schlagzeilen
Donnerstag, 09 Februar 2012
 
 
Schwimmer Serghei Golban kämpft um Weltspitze, Staatsbürgerschaft und Konzentrationsfähigkeit
Dienstag, 11 Oktober 2011

 

SSG-Sprinter in Findungsphase

Schwimmer Serghei Golban kämpft um Weltspitze, Staatsbürgerschaft und Konzentrationsfähigkeit

 

Der vielseitige Sportgymnasiast Serghei Golban hat im Schmetterlings-Sprint ebenso Stärken wie im Rücken- und Freistilschwimmen. Foto: Daniel Kaiser

 

Der vielseitige Sportgymnasiast Serghei Golban hat im Schmetterlings-Sprint ebenso Stärken wie im Rücken- und Freistilschwimmen. Foto: Daniel Kaiser

Serghei Golban hat erstmals den KSW-Sprintcup des 22. internationalen DHfK-Schwimmfestes gewonnen. Der 18-Jährige setzte sich im wichtigsten Herrenwettbewerb in der Uni-Schwimmhalle mit einer Hundertstel Sekunde Vorsprung gegen den WM-Teilnehmer Martin Verner aus Tschechien durch. Laut Trainerin Eva Herbst ist das SSG-Talent auf gutem Weg in die Weltspitze. Bislang kämpft der Schüler des Sportgymnasiums vor allem mit der Ausländerbehörde und seiner mangelnden Konzentrationsfähigkeit.
Die erste Standortbestimmung des Trainingsjahres bringt erfahrungsgemäß Erleuchtung. Trainerin Eva Herbst hatte jede Menge auszuwerten, signalisierte überwiegend positive Erkenntnisse. Die gute Leistung des Sprintcup-Siegers Golban überraschte sie nicht. Der 18-Jährige glänzte über 50 m Freistil vor allem dank seiner perfekten Tauchphase. Es ist die Stärke des gebürtigen Moldawiers, der seit vier Jahren in Deutschland lebt und am Wochenende zehn Starts absolvierte. Er nutzte die Abwesenheit seines langjährigen WG-Kumpels Stefan Herbst, der einen kleinen Infekt auskurierte, aber beim Weltcup in zwei Wochen in Berlin in die Saison einsteigt.

Eva Herbst sieht in Golban ein "Riesen-Talent", aber auch jede Menge Nachhol-Bedarf an intensivem Training. Kritikpunkte: Schlechte Atmung, fehlender Siegeswille auf der Zielgeraden, mangelnde Kaltschnäuzigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Beispiel: Im Rücken-Vorlauf springt Golban am Startbereich mit einer Bombe ins Wasser. "So etwas macht ein Profi nicht", rügt Herbst. Sie verlangt seine "naive Lockerheit" nicht am Beckenrand, sondern im Wasser.

Gelungen ist Golban all das im Sprintcup-Finale. Lag womöglich an der zusätzlichen Motivation von (für den Schwimmsport exorbitanten) 300 Euro Preisgeld? "Ja. Auch ein wenig", gab er zu, "ich wollte unbedingt gewinnen." Über das Achtel-, Viertel- und Halbfinale hatte sich der SSG-Sprinter mit je nur dreiminütiger Pause ins Duell gegen Verner gearbeitet. Die Muskeln brannten, die Knie zitterten. "Es tat alles weh", gestand Golban. Genau vor solchen Momenten hat er Angst, wird angesichts dieser Tatsache von seiner Trainerin öfters "Weichei" genannt. "Da gebe ich meistens auf." Diesmal nicht. Mit Unnachgiebigkeit peitschte sich der Leipziger durch die Bahn, schlug mit dem Wimpernschlag von einer Hundertstel Vorsprung an und freute sich über den Heimsieg beim DHfK-Schwimmfest.

Für Eva Herbst ist der Erfolg der erste Schritt in die richtige Richtung. Auf welchen Strecken der Allrounder künftig ins internationale Geschehen eingreifen soll, ist noch offen: "Wir sind noch in der Findungsphase. Er hat viele Möglichkeiten." Bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im November in Wuppertal will Golban über 100 m Rücken eine Medaille erschwimmen - zuvor stehen zähe Behördengänge an. Derzeit wartet er mit seiner Anwältin auf einen Termin bei der Ausländerbehörde und die deutsche Staatsbürgerschaft.

"Ich stehe vor einem entscheidenden Schritt in meiner Karriere", sagt der Sportgymnasiast, der für sein Heimatland an mehreren Welt- und Europameisterschaften teilgenommen hat und mit der SSG-Staffel deutscher Meister ist. Sein Traum lautet Profisportler. Für dieses Ziel möchte er seine psychischen Probleme im Wasser mit Hilfe eines Mentaltrainers in den Griff bekommen. Ob er in Deutschland bleibt, ist allerdings offen. Ein Stipendium in den USA, wo er auf einem Collage trainieren könnte, steht im Raum. "Serghei muss sich für den besten Weg entscheiden", sagt Eva Herbst, die ihn gern in ihrer Obhut behalten würde. Denn: "Ein solches Talent gibt man nur ungern aus der Hand."
Daniel Kaiser
Quelle: LVZ, 11. Oktober 2010

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11 Oktober 2011 )
 
Weltmeisterin im Sachsenboot
Dienstag, 27 September 2011

Weltmeisterin im Sachsenboot

Ruderin Anne Dietrich bestreitet auf Eilenburger Kiesgrube letzte Regatta als Juniorin

 

Anstrengung vor idyllischer Kulisse: Anne Dietrich (vorn) vom gastgebenden Ruderclub Eilenburg mit ihrer Partnerin Jessica Müller (RG Wiking im SC DHfK) belegt bei der Landesmeisterschaften im Doppelzweier der A-Juniorinnen Platz zwei hinter Josephine Eich und Tami Nennstiel aus Dresden. Foto: Daniel Kaiser
 Anstrengung vor idyllischer Kulisse: Anne Dietrich (vorn) vom gastgebenden Ruderclub Eilenburg mit ihrer Partnerin Jessica Müller (RG Wiking im SC DHfK) belegt bei der Landesmeisterschaften im Doppelzweier der A-Juniorinnen Platz zwei hinter Josephine Eich und Tami Nennstiel aus Dresden. Foto: Daniel Kaiser

Dass eine frisch gekürte Weltmeisterin nicht unbedingt mal eben - quasi im Vorbeirudern - die Krone des Freistaates erobert, erfuhr Anne Dietrich am Wochenende am eigenen Leib.

Die Eilenburgerin, die Anfang August in Eton bei London mit dem Junioren-Achter triumphierte, musste sich im Doppelzweier mit ihrer Partnerin Jessica Müller dem Dresdner Duo Tami Nennstiel/Josephine Eich geschlagen geben. Auf der 1000 m langen Distanz auf der Kiesgrube war das Gespann vom Leistungsstützpunkt RG Wiking im SC DHfK 1:22 Sekunden langsamer. "Weltmeister ist eben nicht gleich Landesmeister", kommentierte Wilfrid Dippmann, Chef des Eilenburger Ruderclubs, treffend. "Das ist schon ärgerlich", sagte Anne Dietrich zum ­Fehlstart in der Heimatstadt. Sie nahm es dennoch gelassen: "Ich freu mich am allermeisten, dass ich mal wieder hier bin".

Allen Grund zur Freude hatte die 17-Jährige schließlich auch am Finaltag. Da sicherte sie sich das goldene Edelmetall im Einer und sorgte für einen gelungenen Junioren-Abschluss. Denn der Wettkampf auf dem Stehgewässer der Muldestadt war zugleich der letzte Auftritt der Sportgymnasiastin bei den Ruder-Küken. Seit dieser Woche zählt die junge Frau zur U23. Viel ändert sich allerdings nicht. Vom Junioren-Coach Thomas Wetzelt wechselt sie in die Obhut der Stützpunkttrainer Thomas Kleinfeld und Angelika Noack. Auch bei den "Großen" will Anne Dietrich mithalten und ihr von allen Seiten bestätigtes Talent unter Beweis stellen.

Die Zeit nach dem WM-Höhepunkt verlief eher ruhig. Zwei Wochen lang gönnte sie sich eine Urlaubspause. Dann kehrte sie allmählich in den gewohnten Trainingsbetrieb zurück, saß täglich ein- bis zweimal auf dem Ruderergometer oder im Boot auf den Leipziger Kanälen. Auch wenn der Eilenburger Wettkampf "nur" eine Landesmeisterschaft war, wollte sich Anne Dietrich in gewohnter Bestform präsentieren.

Für sie war die Reise zu ihren Wurzeln - bei Michael Hirschfeld hatte sie das Ruder-Handwerk einst erlernt. Weshalb es dennoch nicht zum Sieg im Doppelzweier reichte, konnte die Weltmeisterin auch nur mit der starken Leistung der Konkurrenz erklären. "Wir haben uns ordentlich ins Zeug gelegt, hatten einen tollen Start und haben bis 500 Meter geführt. Dann sind wir eingebrochen."

Für Dippmann ist die knappe Niederlage auch ein Beweis für die hohe Leistungsdichte der sächsischen Athleten. Lediglich 2000 Mitglieder verbucht der Landesverband, zählt aber dennoch bundesweit stets zu den erfolgreichsten Vertretern auf Championaten. Allen voran die Asse aus Leipzig und Dresden. Den diesjährigen Städtevergleich in Eilenburg gewannen mit deutlichem Abstand die Dresdner. Leipzig verbuchte sieben Mal Gold.
Daniel Kaiser
Quelle: LVZ, 27. September 2010 
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11 Oktober 2011 )
 
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 1 - 12 von 109
 
  » dc-no1 «