Workshops

Workshop 1
Szenisches Forschen – eine problemorientierte Werkstatt

Workshopleitung: Dr. Sibylle Peters

Forschungsorientierte Theaterprojekte durchzuführen, bringt zahlreiche Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich. Häufig ähneln sich die Problemlagen. Teilnehmer_innen des Workshops sind eingeladen, von entsprechenden Erfahrungen zu berichten, so dass eine Sammlung von Fragen entsteht. Anschließend werden zwei Projekte des Forschungstheaters – darunter ein aktuelles Vorhaben mit dem Titel „Der Königshof der Kinder“ – näher untersucht und vertiefend diskutiert. Auf dieser Basis – und auf der Grundlage der eigenen Projekterfahrung der Teilnehmer_innen – sprechen wir über Lösungsansätze, die uns helfen können, die Klippen szenischen Forschens zu umschiffen.


Workshop 2
Spiel oder nicht Spiel – ist das die Frage?
über die Wirklichkeit des Theaters

Workshopleitung: Julian Klein

Was ‚echte‘ von ‚gespielten‘ Situationen unterscheiden helfen kann, ist das Gefühl zu spielen, und dies nicht nur auf einer Theaterbühne. Das Spielgefühl kann alle befallen, Akteure genauso wie beteiligte oder unbeteiligte Zuschauer – denn letztlich handelt es sich um eine Modulation ihrer Wahrnehmung. Doch auch das Spielgefühl ermöglicht keine grundsätzliche Unterscheidung von ‚Spiel‘ und ‚Nicht-Spiel‘, denn es kann schwächer oder stärker sein, kurz oder lang, relevant oder unwichtig. In dem dynamischen Kontinuum zwischen Nicht-Spiel und Spiel, anders gesagt: zwischen Präsenz und Repräsentation lassen sich dennoch einige Symptome beschreiben, an denen verschiedene Farben des Spektrums des Spielgefühls unterschieden werden können. Dieses Spektrum des Spielgefühls soll in einer Versuchsanordnung erfahren und reflektiert werden.

Die Workshopteilnehmer*innen sollten einen vertrauten Gegenstand aus ihrer täglichen Umgebung mitbringen, der länger nicht mehr benutzt wurde.

Julian Klein ist Komponist und Regisseur, Direktor des Instituts für künstlerische Forschung Berlin und künstlerischer Leiter der Gruppe a rose is. Er lehrte u.a. Regie und Experimentelles Musiktheater an der Universität der Künste Berlin (seit 1997), Performance und künstlerische Projektentwicklung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main (1995-2014) und war Gastwissenschaftler an der Universität Leipzig (2008-2009) und an der Freien Universität Berlin (seit 2008). Außerdem war er Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (2003-2008). Er studierte Komposition bei Reinhard Febel, Nigel Osborne, Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm sowie Musiktheorie, Mathematik und Physik, und war während des Studiums Regieassistent und Bühnenkomponist u. a. am Niedersächsischen Staatstheater Hannover (Intendanz Ulrich Khuon). Seine Werke und Inszenierungen waren u.a. zu hören und zu sehen im Hessischen Rundfunk, DeutschlandRadio, Haus der Berliner Festspiele, Hebbel am Ufer Berlin, Sophiensæle Berlin, Theaterhaus Stuttgart, Ballhaus Ost Berlin, mousonturm Frankfurt am Main, Museum für Naturkunde Berlin und der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin.


Workshop 3
Forschendes Theater

Workshopleitung: Dipl. Dram. Liz Rech

Bei Forschendem Theater und performativen Rechercheprojekten ist nicht der dramatische Text Ausgangspunkt der Arbeit, sondern eine zu erforschende Fragestellung.

Dabei kann nahezu alles Thema werden. Forschendes Theater versteht sich als eine Theaterarbeit, die sich mit zeitgenössischen Fragestellungen suchend, häufig auch provozierend auseinandersetzt und dafür eine passende künstlerische Arbeitsmethode und Darstellungsform findet. Wichtig dabei sind eine offene Herangehensweise und eine dementsprechend angepasste Arbeitsstruktur. Recherche zu Orten, Ereignissen oder Menschen oder die Auswertung anderer (Archiv-) Materialien können ein wichtiger Teil der Arbeit sein. Dies wirft Fragen für den praktischen Arbeitsprozess mit Schüler*innen auf:

Wie strukturiere ich meinen Arbeitsprozess, damit ich im Materialwust nicht untergehe? Nach welchen Kriterien treffe ich eine Auswahl und wie kann eine theatrale Umsetzung aussehen? Mit diesen und anderen Fragen soll sich während des Workshops auseinandergesetzt werden.

Anhand eigener theatraler Rechercheprojekte stellt die Regisseurin und Dramaturgin Liz Rech beispielhaft Projekte und dazugehörige Übungen und Probenmethoden vor.


Workshop 4
Bewegung und Emotion

Workshopleitung: Martin Nachbar

In diesem Kurzworkshop werden wir die Verbindungen, Überlappungen und evtl. auch Trennungen zwischen Bewegung und Emotionalität erforschen. Wie lassen sich emotional motivierte Bewegungen von ihrem Inhalt entleeren? Und umgekehrt, wie können neutrale Bewegungen emotional aufgeladen werden? Welche Lesarten, aber auch was für Intimitäten ergeben sich?

Nach einem einfachen, gemeinsamen Warm-Up, werden wir in einfachen und spielerischen Improvisationsübungen alleine, zu zweit und in kleineren Gruppen den oben gestellten Fragen in Bewegung nachgehen und einander Forschungsergebnisse zeigen und besprechen.


Workshop 5
Frag mich!

Workshopleitung: Miriam Tscholl

Was stand in deinen Stasiunterlagen? Welche Rolle spielt Sex in deinem Alter? Warum bist du von Afghanistan geflüchtet? Ein Regisseur der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden sollte neugierig sein und gute Fragen stellen. Er ist bei Probenbeginn derjenige, der am ahnungslosesten ist. Auf der Bühne der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden stehen nämlich keine Profischauspieler, sondern Dresdner Bürger zwischen 14 und 90 Jahren. Die Spieler sind die Experten, ihre Geschichten und Erfahrungen sollen auf die Bühne!

Welche Fragen wollen wir wem stellen, wie stellen wir gute Fragen und wie entsteht aus Fragen und Antworten ein Theaterstück? Im Workshop schauen wir uns ein paar Beispiele aus der Theaterpraxis an, sprechen darüber und versuchen uns dann selbst am Fragenstellen.


Workshop 6
Bauen Nach Katastrophen
Arbeiten mit und von Kindern und Katastrophen

Workshopleitung: Eva Meyer-Keller

Experimentieren, basteln, zuhören, komponieren, kategorisieren, beschreiben und inszenieren, um all das wird es an diesem Nachmittag gehen. Eintauchen in eine Arbeitsweise, in der alltägliche Gegenstände aus Küche und Hobbykeller, wie z.B. Sandpapier, Reiskörner oder Kartons mit mehreren Sinnesebenen erforscht werden. Es geht darum spontan und intuitiv mit verschiedenen Materialien umzugehen. Mit diesen alltäglichen Dingen werdet ihr Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, schmelzende Gletscher, Flugzeugabstürze und Großbrände vertonen.

Im Rahmen der Weiterbildung wird Eva Meyer-Keller die Projekte „Bauen nach Katastrophen“, „Von Menschen Gemacht“ und „Cooking Catastrophes“, die alle in Zusammenarbeit mit Sybille Müller entwickelt wurden, vorstellen. Danach wird es einen Teil mit praktischen Übungen geben, um den Ansatz am eigenen Leib zu erfahren. In kleinen Gruppen werden eigenständige Projekte entwickelt und gezeigt. Wichtig ist das anschließende „Feedback“ zu den gezeigten Projekten.

Seit 2006 betreiben Eva Meyer-Keller und Sybille Müller intuitive Katastrophenforschung und setzen sich mit der kulturellen Vermittlung des Klimawandels auseinander. Durch die Arbeit mit unterschiedlichen Experten, mit Kindern als Phantasie- und Bastel-Experten, Köchen als Experten für die Zubereitung von Lebensmitteln und Naturwissenschaftlern sind verschiedene Performances und ein Film entstanden.

Wenn Krieg ist, ist es auch gut
weil dann sind nicht mehr so viele Menschen
Wenn Krieg ist, ist es auch gut
auf der Welt, das ist auch gut.
Sonst laufen wir über,
und wir brauchen ja alles.
Dann wird alles massenproduziert
Und dann?

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