Interaktive Wandtafeln - Interactive Whiteboards

Technik rund ums Board: Kabel, Anschlüsse und andere Ärgernisse
(überarbeitet 06.09.2016)

 

Gern werben die verschiedenen Hersteller von Boards mit dem Argument, keine oder nur geringe Verkabelung zu benötigen. Wie aber sieht das im Detail aus:

1. Beamer / Bildwiedergabe auf Interaktiven Displays

Sowohl Beamer als auch interaktive Displays benötigt Strom und Daten. Macht mindestens zwei Kabel. Kritisch ist das Datenkabel zu betrachten:

Bildübertragung analog oder digital

Oft handelt es sich (noch) um ein klassisches VGA-Kabel und keine digitale Übertragung mittels DVI oder HDMI. Bei höhenverstellbaren Tafeln mit integriertem Beamer führt oftmals ein erstes Kabel zu einer Anschlussbox, von dort ein weiteres Kabel zum Rechner. Nicht selten werden so Kabellängen um die 10m und länger erreicht.

Werden hierbei schlecht abgeschirmte Kabel eingesetzt, leidet die Signalqualität deutlich - das Bild wird umscharf. Besserung kann ein zwischengeschalteter Signalverstärker bringen, der wiederum ein Netzteil benötigt (oder auch per USB seinen Strom beziehen kann).

Leider bietet auch eine digitale Ansteuerung per DVI oder HDMI keine generelle Lösung. Bereits bei Längen um die 5m kommt bei schlechten Kabeln kein Bildaufbau mehr zustande - der Beamer / das Display bleibt dunkel. In solchen Fällen kann dann ein Wandlerpärchen, welches das Signal für Netzwerkkabel (CAT 5 oder besser) umsetzt, die Lösung sein. Hiermit sind Längen von bis zu 30m zu erreichen.

 

VGA DVI HDMI

 

Bildübertragung per Funk

Die Übertragung der Bilddaten mittels Funk ist durchaus möglich, jedoch oft mit Ruckeln und Zeitversatz zum Ton verbunden. Daher sollte dies nicht die generelle Lösung werden, sondern dem Zuspiel von Tablets oder Notebooks vorbehalten beleiben.

Hierfür ist in der Regel ein Adapter notwendig, der das Funksingnal der Tablets auffängt und zum Beamer bzw. Board weitergibt (Screencast - Android bzw. Airplay - iOS). Angeschlossen werden diese Adapter via HDMI und benötigen eine Stromversorgung, die oft über einen USB-Anschluss realisiert wird.

 

Screencast-Dongle (USB-Stromversorgung) AppleTV (Stromversorgung per Netzkabel)

 

Bildübertragung von weiteren Geräten

Falls man beabsichtigt, parallel weitere Geräte wie DVD-Player oder Videorecorder anzuschließen, werden weitere Kabel notwendig. In der Regel wird ein Adapter vom Scart-Ausgang des Players zu den drei Chich-Eingängen der Beamers bzw. der Beamer-Anschlussbox benötigt. Auch hier gilt wieder - je länger die Kabel, umso schlechter die Qualität.

Scart Chinch

 

DVD-Player, Filmkameras etc. sollten möglichst über HDMI angeschlossen werden, wofür natürlich entsprechende Schnittstellen vorhanden sein müssen.

Anschlüsse: Must-Have

Hier ist zwischen Beamern und interaktiven Displays zu unterscheiden, da letztere systembedingt mehr Platz für diverse Anschlussmöglichkeiten bieten.

Bei Beamern sollten mindestens zwei digitale Eingänge vorhanden sein, einer davon zwingend HDMI. Zur Stromversorgung diverser Adapter muss ein USB-Anschluss vorhanden sein. Reichen die vorhandenen Anschlüsse nicht (HDMI), kann ein Signalquellenumschalter weiterhelfen. Auch hier muss auf Qualität geachtet werden, da solche Umschalter eine weitere Störquelle im System der Bildübertragung darstellen können.

Interaktive Displays sollten über mindestens drei HDMI-Schnittstellen verfügen. Diese sind mit Bildkabel zum PC, Adapter für Tablets und ggf. dem Anschluss für eine Dokumentenkamera schnell belegt.

 

2. Board / Positionsbestimmung auf Interaktiven Displays

Je nach Hersteller differiert die Anzahl der Kabel, die zur Ansteuerung der Boards benötigt werden. Kabellosen Lösungen, die die Übertragung per Funk (WLAN, Bluetooth) vornehmen, steht als Quasi-Standard die Ansteuerung via USB gegenüber. Hinzu kann noch ein Anschluss an das Stromnetz für das Board selbst kommen.

Die den Boards beigelegten USB-Kabel erreichen in der Regel eine Länge von knapp 5m, was die maximale Länge gemäß USB-Spezifikation darstellt. Da dies oft nicht ausreicht, um Rechner am Lehrerpult anzubinden, ist auch hier meist eine Verlängerung mit Signalverstärker oder ein zwischengeschalteter USB-Hub erforderlich. Glücklicherweise benötigt dieser kein eigenes Netzteil, da die Stromversorgung über das USB-Kabel erfolgt.

USB-A USB-B

 

Boards mit integrierten (Rahmen) oder teilintegrierten (Wandmontage oder externe Montage am Board) Lautsprechern benötigen eine entsprechende Zuleitung, falls die Soundübertragung nicht über USB erfolgt. Hierfür benötigt man nur ein ausreichend langes Kabel, Signalverstärker sind nicht erforderlich. Eine Steckdose für das zugehörige Steckernetzteil sollte auch nicht fehlen.

 
Klinkenstecker (abgewinkelt)  

 

Vorsorglich kritisch sollte man auch die "interne" Verkabelung der Boardinstallation betrachten. Zwischen Wandanschluss und (höhenverstellbarem) Bord sowie den ggf. installierten Lautsprechern verlaufende Kabel sind mechanischen Belastungen ausgesetzt, die leicht zum Kontaktverlust an Anschlussbuchsen oder Steckeradaptern führen. Um dies von vornhereich zu vermeiden, sollten solche Anschlüsse irgendwie gesichert werden, im Notfall auch mit einem Tropfen Heißkleber (Achtung - Nix kaputtmachen dabei!).

 

3. Fazit

Kabel sind ein Thema. Doch wenn man diese Problematik von vornherein berücksichtigt, verliert sie ihren Schrecken. Ist die Installation erst einmal abgeschlossen und das Whiteboard in den Dauerbetrieb übernommen, wird sich kaum noch jemand für das Thema interessieren - es sei denn, ein Fehler tritt auf.

Achten Sie bei der Beschaffung von Boards darauf, dass am Installationsort genügend Anschlüsse an das Stromnetz zur Verfügung stehen, bei fest installierten Boards am besten unmittelbar an der ensprechenden Wand.

Die Entfernung zwischen Board und Steuerrechner erfordert oft genug Kabelverlängerungen oder Signalverstärker, die nicht im Lieferumfang der Boards enthalten sind. Berücksichtigen Sie diese bei der Kalkulation/Ausschreibung von vornherein mit. Beachten Sie bei der Längeabschätzung den Verlegeweg (Wand --> Fußboden --> Tischbein).

 

Und nur der Vollständigkeit halber noch ein Tipp am Schluss: Kabel, die über den Fußboden laufen, gehören in einen Kabelkanal!

 

Quellen: Alle Fotos: Wikipedia / Wikimedia Commons

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