Interaktive Wandtafeln - Interactive Whiteboards

Technik rund ums Board: Notebook oder PC - Wer steuert das Board?

(überarbeitet 06.09.2016)

Nach den Vorgaben der Medios-II - Förderung wurden für die Ansteuerung interaktiver Tafeln bevorzugt Notebooks eingesetzt. Ursache war die Beschreibung der "mobilen Medienecke" als Kombination aus Interaktivem Whiteboard, Beamer und Notebook. Bleibt zu hinterfragen, ob die Nutzung eines Notebooks für diesen Zweck wirklich das Non-Plus-Ultra ist, oder nicht doch ein klassischer PC besser geeignet ist.

Notebook

Für das Notebook spricht die Tatsache, dass man es mitnehmen kann und damit auch vor Vandalismus oder Diebstahl schützen. Ein weiteres Argument dafür ist, dass man seine Unterrichtsvorbereitung gleich auf dem Gerät machen kann - Mehrfachinstallationen der Software und der Datentransport per USB-Stick entfallen.

Dagegen spricht die Kabelei: LAN-Kabel, USB-Kabel, Lautsprecherkabel, Stromkabel und Monitorkabel müssen ab- und angesteckt werden. Das dauert, schafft Fehlerquellen und ruiniert die Anschlüsse am Notebook, die für ständiges An- und Abstecken nicht wirklich ausgelegt sind. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Prozedur in einer kleinen Pause, die vielleicht noch mit Fachraum-, Etagen- oder Gebäudewechsel verbunden ist, kaum erfolgreich zu Ende zu bringen ist.

Will man dieses Problem umgehen und trotzdem beim Notebook bleiben, benötigt man eine Dockingstation (keinen USB-Portreplikator), an der alle Kabel angeschlossen werden. Das Notebook lässt sich dann ohne weiteren Aufwand anschließen und wieder entfernen.

Quelle: Michael Walsh, Wikimedia Commons CC BY 2.0

 

Tabletts oder Tablet-PC

Quelle: Sinchen.Lin Wikimedia Commons CC BY 2.0

Das unter Windows laufende Tablet ist auf dem ersten Blick mit seiner stiftbedienbaren Oberfläche und der leistungsfähigen Schrifterkennung des Betriebssystems das optimale Gerät für den Einsatz an Interaktiven Whiteboards. Er erweitert bei voller Kompatibilität die durch die Boardsoftware gegebenen Eingabemöglichkeiten von handschriftlichem Text und ermöglichen ein gewohntes Arbeiten mit Betriebssystem und PC-Software. Wären da nicht der Preis, der für leistungsfähige Geräte mit schnellem Prozessor und ausreichend Arbeitsspeicher zu zahlen ist, die relativ größere Empfindlichkeit der Geräte und das wie bei Notebooks vorhandene Kabelproblem.

Tablets mit Apples "iOS" oder Googles "Android OS", eine sehr erfolgreiche und etablierte Geräteklasse, spielen bei der Ansteuerung von interaktiven Boards kaum eine Rolle.

 

Desktop-PC / Mini-PC

Nutzt man einen Desktop-PC zur Boardansteuerung verliert man den Vorteil der Mobilität, der bei fest installierten Whiteboards jedoch kein großes Gewicht hat. Insbesondere der Einsatz von Mini-PCs erlaubt originelle Lösungen in Verbindung mit höhenverstellbaren Boards, die auch das Kabelproblem wesentlich entlasten können.

Quelle: Wikimedia Commons, Copyleft created by ASUS

Dazu wird das Gerät hinter dem Board an der Wand montiert und komplett angeschlossen. Mini-PCs lassen sich auch direkt an der Board-Rückseite montieren.
Auf einen Monitor kann an und für sich verzichtet werden - dazu ist das Board da. Ein USB-Kabel mit einem USB-Hub für diverse Peripheriegeräte wie Maus, Tastatur, USB-Sticks oder Dokumentenkameras versorgt den Lehrerarbeitplatz. Alternativ kann man Funkmaus und-tastaur verwenden, wenn ausreichend USB - Anschlüsse anderweitig zur Verfügung stehen. Das Gerät kann auch in einen Unterbau des Lehrerarbeitsplatzes installiert werden, wobei hier jedoch die Optimierung der Kabel nicht so leicht gelingt.

Optimaler Weise stattet man so ein Gerät statt mit einem herkömmlichen DVD-Laufwerk mit einem sog. Slot-In-Laufwerk aus, wie es von Audioradios gewohnt ist. Damit spart man sich die Hakelei bei hochkant stehenden Laufwerksschubladen. Einfach Scheibe reinschieben und Film läuft. Achtet man noch auf die leichte Zugänglichkeit der USB-Anschlüsse steht einem entspannten Arbeiten nichts mehr im Weg. DVD aus dem Medienzentrum, die Unterrichtsvorbereitung auf dem Stick und ein Zugriff auf die zugehörigen Arbeitsblätter über das Schulnetzwerk...

eben dem geringeren Preis sprechen die bessere Wartbarkeit und die potentiell geringeren Reparaturkosten ebenfalls für den Einsatz eines Desktop-PCs.

Diese Lösung hat außerdem nicht zu unterschätzende psychologische Vorteile: Sie sieht nicht wie ein PC-Arbeitsplatz aus! Damit sinkt die Hemmschwelle, die Gerätekombination zu nutzen deutlich. Im besten Fall wird einfach ein zentraler Einschalter betätigt und das Board ist einsatzbereit.

 

Integrierter PC in Interaktiven Display

Dieser "Sonderfall" erscheint zunächst als Optimum: Der PC ist als Einschub im Displaygehäuse untergebracht. Damit entfällt praktisch die gesamte Verkabelung, was insbesondere bei mobilen Lösungen sehr von Vorteil ist.

Dafür erkauft man bei einem höheren Preis Einschränkungen in der Aufrüstbarkeit (was an Schulen eher weniger eine Rolle spielt) bei komplizierterer Wartung / Reparatur.

 

Fazit

Fällt die Wahl auf ein Notebook als Ansteuerungsgerät, sollte eine Dockingstation eingesetzt werden. Da Dockingstationen immer geräteabhängig sind, muss diese Lösung im Leistungsverzeichnis für die Beschaffungen genau beschrieben werden.

Stationäre Installationen sind mit einem Desktop-PC besser realisierbar. Diese Lösung ist auf Grund ihrer vielen Vorteile unser klarer Favorit.

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