Interaktive Wandtafeln - Interactive Whiteboards

Entscheidungshilfen: Fragen und unsere Antworten (überarbeitet 06.09.2016)

 

Fragen, die man sich stellen sollte bzw. die wir uns stellten

Da sich Grundsätze zum Einsatz von interaktiven Tafeln an Schulen nicht unmittelbar aus den Anforderungen an IT-Schulungsräume ableiten lassen, hier einige ungeordnete Fragen und Kommentare, die Ihnen bei der Beschreibung der Anforderungen hilfreich sein können.

  • Soll die Tafel höhenverstellbar sein?
    Die Verstellbarkeit ist aus unserer Sicht ein "MUSS", denn unsere Schüler und Lehrer sind ja auch nicht alle gleich groß. Der Beamer muss dazu an einem möglichst kurzen Tragarm über der Tafel montiert sein oder gleich ein Interaktives Display eingesetzt werden.
    Eine Ausnahme könnten Nachrüstungen von bestehenden klassischen Whiteboards darstellen, die bereits in optimaler Höhe montiert sind.
  • Soll die Tafel mobil/fahrbar/transportfähig sein?
    Wenn ja, sollte ein Interaktives Display einer Tafel mit integriertem Beamer vorgezogen werden, da ein Transport ohne den hinderlichen Beamer-Arm leichter ist. Schwellen, Übergangsleisten, Absätze im Fußboden etc. sind auf Grund der Erschütterungen "Gift" für jegliche Lösung.
  • Wie groß soll die Tafel sein?
    Auf jeden Fall so groß, dass man von der letzten Reihe aus noch problemlos die Schrift einer durchschnittlichen Präsentation lesen kann. Zwar gibt es kleinere Ausführungen, jedoch sollte aus unserer Sicht eine Breite von 2,00m nicht unterschritten werden. Schließlich werden manchmal auch mehr als eine Person gleichzeitig an der Tafel arbeiten.
  • Soll die Tafel mit Whiteboard-Markern beschreibbar sein?
    Aus unserer Sicht wäre dies empfehlenswert. Ein parallel installiertes übliches Whiteboard erfüllt den Zweck aber genau so.
  • Soll man an der Tafel mit Zirkel, Lineal und Dreieck arbeiten können?
    Aus unserer Sicht wäre auch das empfehlenswert, auch wenn es wohl kaum einen Schüler (oder Lehrer) gibt, der mit dem Tafelzirkel ohne ausreichend Übung einen exakten Kreis hinbekommt oder gar eine eine saubere Parallelverschiebung demonstrieren kann. Die Tafelsoftware enthält jedoch in der Regel unabhängig vom Hersteller entsprechende Werkzeuge, um die Bisherigen zu ersetzen.
  • Wie ist die Oberflächenstruktur der Tafel?
    Weiche, druckempfindliche Oberflächen spielen kaum noch eine Rolle bei Neubeschaffungen. Vielmehr trifft man bei Systemen, die mit Beamern arbeiten, meist auf harte und glatte Oberflächen, die dazu neigen, einen hellen Punkt vom Beamer abzubilden (HotSpot), dafür aber mit Whiteboard-Markern beschreibbar sind. Ausprobieren!
  • Soll man die Tafel mit Stift oder mit Hand bzw. Finger bedienen?
    Einiges spricht für Stift, denn sowohl Lehrer als auch Schüler sind an Stift und Kreide gewöhnt und es ergeben sich meist sauberere Schriftbilder. Dafür benötigen manche Stifte eventuell ab und an eine neue Batterie. Handbedienung erleichert dafür das schnelle Verschieben und insbesondere die Präsentation. Auch hier gilt: Ausprobieren. Die meisten der heute angebotenen interaktiven Lösungen unterstützen Stift und Finger.
  • Wie wird die Verbindung zwischen PC / Notebook und Beamer/Tafel hergestellt?
    In der Regel werden hierfür Kabel gezogen. Dies ist bei einer stationären Anbringung der Tafel kein Problem, auch mobile Tafeln lassen sich so anbinden, bedürfen aber guter Planung, da auf der mobilen Tafelhalterung auch noch der notwendige PC mit untergebracht werden muss.
  • Werden Seitentafeln benötigt?
    Die meisten klassischen Tafeln haben jedenfalls welche... In den meisten Fällen wird aber parallel zur interaktiven Tafel auch noch eine klassische Tafel im Zimmer vorhanden sein. Man kann also darauf verzichten. Nur sollte die klassiche Tafel nicht mit Kreide zu beschreiben sein - Kreidestaub ruiniert mit der Zeit jeden PC und Beamer.
  • Gibt es auf die Tafel zugeschnittene pädagogische Software, die Ihre Anforderungen weitgehend abdeckt und Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt?
    Die schönste interaktive Tafel kann nur eingeschränkt genutzt werden, wenn es keine passende Software gibt. Wichtig, darauf zu achten, dass die Software mit anderen Anwendungen (Office-Pakete, Grafiksoftware, Lernsoftware, Online-Medien, ...) interagieren kann.
  • Gibt es für die Tafel zusätzliches Zubehör, welches deren Nutzungsmöglichkeiten noch erweitert und ggf. auch aus dem Klassenverband heraus ermöglicht?
    Zubehör nachkaufen ist bei begründetem Bedarf eher finanzierbar, als nach wenigen Jahren "das Pferd" wechseln zu müssen. Wichtigstes Zubehör ist aus unserer Sicht eine Dokumentenkamera, damit man Schülerleistungen ohne jeglichen Aufwand sofort an die Tafel projizieren kann und sogar zwingend die Anbindung eines leistungsfähigen Lautsprechersystems, um auch DVD-Player und Fernseher aus dem Raum zu verbannen. Abstimmungssysteme und Fernbedienungen sind da eher zweitrangig.
  • Gibt es für die Tafel fertiges Unterrichtsmaterial oder eine freie Entwicklungsgemeinschaft im Internet? Sie schreiben doch Ihre Lehrbücher auch nicht selbst! Betrachten Sie nicht nur Schulbuchverlage und kommerzielle Medienanbieter! Schauen Sie sich im Internet um! Die Menge des dort verfügbaren Materials differiert von Hersteller zu Hersteller enorm.
  • Kann ich mir die ins Auge gefasste Lösung irgendwo anschauen?
    Am besten an einer Schule, die schon eine solche Tafel hat. Versuchen Sie mit erfahrenen Kollegen ins Gespäch über Vor- und Nachteile zu kommen. Für den Landkreis Meißen werden wir versuchen, eine Liste bereits ausgestatteter Schulen des Landkreises aufzubauen. Auf Grund der dynamischen Entwicklung ist diese aber nicht dauerhaft aktuell zu halten.
    Parallel dazu können Sie jederzeit gern unsere Teststellungen am MPZ in Meißen nutzen. Sie sind uns herzlich willkommen.
  • Ist es erforderlich, sich an bereits bestehenden Installationen in benachbarten Schulen zu orientieren?
    Auch wenn die Möglichkeit, an der Nachbarschule Hilfe und Beratung zu bekommen, nicht von der Hand zu weisen ist - stellen Sie immer Ihre eigenen Kriterien für die Beschaffung auf und nutzen Sie alle sich bietende Gelegenheiten zu praktischen Tests. Am Ende sollten Sie dann die Tafel beschaffen, die den Anforderungen der eigenen Schule am Nächsten kommt.
  • Interaktive Tafel, interaktives Display, interaktiver Beamer - ist das nicht eigentlich das gleiche?
    Gleich oder ähnlich ist lediglich die Interaktivität - also die Bedienbarkeit direkt auf der Projektionsfläche.
    Interaktive Tafeln verfügen über einen Beamer, der das Bild liefert, bei interaktiven Displays wird das Bild wie vom Fernseher direkt in der Projektionsfläche erzeugt. Die Abtastung erfolgt in jedem Fall durch Sensoren an der Projektionsfläche. Interaktive Beamer verlagern die Positionsbestimmung in das Beamergehäuse, bestimmen die Position von Finger oder Stift also aus einer größeren Entfernung.
  • Ist der "interaktive Beamer" eine wirkliche Alternative zu Board oder Display?
    Prinzipiell ja. Von Vorteil sind der geringere Anschaffungspreis und die vielseitige Verwendbarkeit in beliebigen Räumen, auch wenn es um die Nachrüstung vorhandener Whiteboards geht.
    Abzuraten ist von einer mobilen Lösung, bei der der Beamer bei Bedarf aufgebaut wird. Oft genug stehen Schüler oder Lehrer zwischen Beamer und Projektionsfläche. Dann sieht man nicht nur nichts mehr, sondern die Stiftfunktion kann dadurch ebenfalls unterbrochen werden (Prinzip Fernbedienung). Auch muss das Gerät nach jedem Transport neu justiert werden (Funktion aufrufen, ein paar Punkte an der Wand klicken). Die Justage muss nach jeder Bewegung des Beamers oder Verstellung der Optik wiederholt werden.
    Anders bei der Montage an einer (höhenverstellbaren) Tafel. Dort gibt es kaum noch Unterschiede zum Board, oftmals ist aber die Positionsbestimmung schlechter, insbesondere in den Randbereichen. Im naturwissenschaftlichen Unterricht mit seinem Bedarf an präziser Orientierung in Koordinatensystemen ist das System daher daher eher zweite Wahl.
  • Haben Boards mit Beamern eigentlich eine Zukunft oder werden diese über kurz oder lang von Displays abgelöst?
    In Anbetracht der Entwicklung bei Displays und Fernsehern werden Boards mit Beamer sicherlich in überschaubaren Zeiträumen vom Markt verschwinden. Helligkeit, Kontrast, Auflösung und Bildschärfe sind beim Display heute bereits besser, der Stromverbrauch ist geringer, die Haltbarkeit tendenziell höher.
    Knackpunkt ist der Preis: Displays sind heute noch zwei- bis dreimal so teuer, wie Boards mit Beamer. Der Preis relativiert sich aber spätestens dann, wenn nach 3-4 Jahren der Beamer ersetzt werden muss.
  • Welchen Einfluss hat das Abtastverfahren auf die Nutzbarkeit der Tafel?
    Wenig bis viel - es ist von den konkreten Bedingungen vor Ort abhängig.
    Viele Boards arbeiten heute mit kostengünstiger Infrarot-Abtatstung, deren Sensoren in einem Rahmen rund um die Tafelfläche montiert sind. Dieses Abtastverfahren ist mehr oder weniger störanfällig gegenüber direkter Sonneneinstrahlung und in der Bedienung oft ein wenig irritierend, da bereits eine Reaktion erfolgt, bevor Stift oder Finger die Oberfläche berühren. Oftmals werden die üblichen Doppelklicks nicht gut genug erkannt.
    Alternativ gibt es Abtastverfahren, die eine Positionsbestimmung direkt auf der Bildfläche vornehmen. Hier bestehen diese Nachteile nicht.
    Übrigens: Derzeit arbeiten alle uns bekannten interaktiven Displays mit Infrarot-Abtastung und nicht wie vom Tablet oder Smartphone gewohnt, mit berührungssensitiven Oberflächen.

 

 

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