Großenhain


Unser Stadtwappen



Die Kreisstadt Großenhain liegt im Nordosten Sachsens. Bei einem Bummel durch das Stadtzentrum entdeckt man interessante Bauwerke, die von einer bewegten Geschichte zeugen. Der mittelalterliche Stadtkern, die Lage der Straßen und Plätze im Zentrum, an denen die Gebäude nach den verheerenden Stadtbränden 1540 und 1744 meist auf den alten Grundmauern wiedererrichtet wurden, blieben erhalten und sind als Flächendenkmal geschützt.

Hauptmarkt



Markt und Rathaus als Mittelpunkt der Ansiedlung sind typische Merkmale einer Handelsstadt. 1378 ist die Abhandlung eines Jahrmarktes beurkundet. 1443 erwirbt sie Stadt das Stapelrecht, nach dem die Kaufleute ihre Waren auch außerhalb der Marktzeiten 3 Tage feilbieten mussten. Um 1735 hatte man auf dem Markt ein Wachhäuschen errichtet, welches dem Infanterieregiment als Hauptwache diente. Es blieb beim Stadtbrand 1744 verschont und wurde 1852 beseitigt. Der Diana-Brunnen an der Ostseite ist zur Erinnerung an die Hetzjagden auf Großenhainer Fluren 1914 erbaut, aber erst am 27. August 1916 eingeweiht worden.

Rathaus



Ein erstes, 1404 urkundlich erwähntes Rathaus soll 1429 durch die Hussiten zerstört worden sein. Das 1492 im Renaissance-Stil erbaute Rathaus enthielt Schankkeller, Fleisch- und Brotbänke, Waage und Salzkammer und blieb bezüglich der äußeren Gestalt bis 1744 erhalten. Nach dem Stadtbrand konnte 1746 ein neues Gebäude, welches zu zwei Dritteln als Rathaus diente, bezogen werden. Im großen Saal fanden nicht nur zahlreiche Bälle statt, er diente auch als Exerzierhalle für die Garnison und die Kommunalgarde. Ein Brand vernichtete am 25. September 1872 nicht nur das Gebäude, sondern auch sämtliche Unterlagen, Urkunden, Dokumente und andere historische Objekte.

Marienkirche



Nach der Zerstörung einer ersten Stadtkirche durch die Hussiten wurde 1440 ein neues Gotteshaus gebaut. Diese dreischiffige spätgotische Hallenkirche war mit 12 Altären und zwei Orgeln ausgestattet und hatte an ihrer Südseite zwei Kapellen, ihr Turm befand sich an der Nordseite. Durch Brände zerstört, erhielt sie 1744 und 1748 unter Verwendung der alten Umfassungsmauern und Strebefeilern durch Johann Georg Schmidt einen barocken Innenausbau.

Museum "Alte Lateinschule"



1342 wird erstmals ein Schulmeister erwähnt. Einer der bedeutendsten Schüler der Lateinschule war Caspar Borner, den man später dreimal als Rektor der Leipziger Universität wählte.1828 gründete Preusker hier die erste vaterländische Bibliothek. 1907 erfolgte die Gründung des Heimatmuseums. Von 1918 bis 1956 wurde das Gebäude wieder als Berufsschule genutzt. Nach 1990 im renovierten und umgestalteten Museum findet man Dauerausstellungen zur Stadtentwicklung, zu Handwerk, Handel und Gewerbe, zu Preusker und zur Garnisonsgeschichte sowie thematisch wechselnde Ausstellungen.

Neumarkt

Hier entstand im Mittelalter der Dorfplatz der ersten deutschen Siedlung. Beim Stadtbrand 1744 wurden nur die Häuser der Ostseite zerstört. Bis 1844 nannte er sich "Viehmarkt" und noch 1924 hielt man hier jeden Dienstag Ferkelmarkt ab.

Karl-Preusker-Bücherei



1599 wurde auf dem ehemaligen Wirtschaftsgelände des Nonnenklosters am Viehmarkt das Amtshaus erbaut. Seit 1962 hat die "Karl-Preusker-Bücherei" hier ihr Domizil. Karl Benjamin Preusker ist wohl die bedeutendste Persönlichkeit Großenhains im 19. Jahrhundert. Er trat 1824 hier die Stelle des Rentamtmann an, beschäftigte sich mit Altertumsforschung und Vaterländischer Geschichte. Er gründete 1828 die erste "Vaterländische Bürger-Bibliothek" Deutschlands, 1830 die Sonntagsschule, 1832 den Gewerbeverein. 1840 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Schloss



Bereits 1289 wurde das "Schloss" als eines der wichtigsten in der Hayner Pflege neben Radeburg und Radeberg erwähnt. 1290 wurde die Burg als Grenzhaus befestigt und eine Stadtmauer errichtet. Im 13. Jahrhundert entstand der Bergfried als freistehender Turm mit 3m dicken Mauern. In Vorbereitung der 3. Sächsischen Landesgartenschau kaufte die Stadt Großenhain 1998 das "Schloss" und ließ es zum Kulturzentrum umbauen. Der Bergfried ist nun begehbar, um ein Turmzimmer und eine Aussichtsplattform erhöht und im Schlosskeller kann man stimmungsvoll speisen.

Frauenmarkt

Der 18m bzw. 22m breite und 109m lange Frauenmarkt (auch "Weibermarkt" genannt) diente wirtschaftlichen Bedürfnissen; hier wurden im Mittelalter die Handelswagen abgestellt und auch Markt gehalten.

Cottbuser Bahnhof



Nach Eröffnung der ersten deutschen Fernbahnlinie Dresden - Leipzig im Jahre 1839 dauerte es noch 23 Jahre, bis man eine Zweigbahn nach Großenhain baute. 1862 fertig gestellt, wurde das Bahnhofsgebäude 1870 im Zusammenhang mit der Streckenfortsetzung nach Cottbus aufgestockt und nun "Cottbuser Bahnhof" genannt.

Stadtpark



Auf dem Gelände der ehemaligen städtischen Viehweiden wurde 1877 bis 1893 durch den Stadtgärtner Pollmer eine 54 ha große Parkanlage mit einem Bestand von ca. 100 000 Bäumen geschaffen. 1900 eröffnete das "Stadtpark-Restaurant", später entstanden Sportanlagen und 1993 ein Abenteuerspielplatz. Seit 1997 wird dort aller zwei Jahre das "Erlebnisfest der Sinne" gestaltet.

Seeanlage / NaturErlebnisBad



Im Zusammenhang mit der Begradigung der Röder-Flutrinne wurde 1934/35 die Bad- und Seeanlage geschaffen. Im Laufe der Zeit gab es zahlreiche bauliche Veränderungen. Vor allem die Verbesserung der Wasserqualität war Ziel beim Umbau zum NaturErlebnisBad im Rahmen der 3. Sächsischen Landesgartenschau. Die Anlage ist mit einer Wasserfläche von 5000 m² das größte öffentliche Bad mit biologischer Wasseraufbereitung in der Bundesrepublik.

Kupferberg



Die 159m hohe Erhebung hat ihren Namen nach dem 1608 dort entdeckten, aber nicht sehr ergiebigen kupferhaltigen Gestein. 1890 kaufte die Stadt das Areal und legte einen Waldpark an. Der Aussichtsturm ist 1894 in Form einer künstlichen Ruine errichtet worden. Seit 1912 befindet sich am Nordabhang eine Rodelbahn.