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22.03.2012 - "In Darkness" – es darf nie wieder passieren!
Letzter Schultag vor den Ferien, Zeugnisse erhalten und noch schnell zusammen ins Kino - dann Ferien!
Doch uns erwartet ein Film, der uns zum Nachdenken anregte und die Ferien für Stunden vergessen ließ.
Politische Ereignisse in unserem Deutschland, Entdeckung eines Neonazirings in Zwickau, Kundgebungen von Demonstranten und immer wiederkehrende Gedenktage an die Opfer des 2. Weltkrieges, vor allem die Verfolgung der Juden, wecken in mir die Neugier „In-Darkness“ zu sehen.
Schauplatz des Verbrechens ist Lvov, einer kleinen Stadt in Polen, welche unter der Herrschaft der Ukraine steht. Zum Zeitpunkt der Handlung (1943), die Zeit der Judenverfolgung in Europa, gibt es auch kein Halt davor in Lvov. Betrachtet wird hier das Schicksal von 21 jüdischen Bürgern, welche als letzten Ausweg vor dem Tod die Flucht in die Kanalisation der Stadt sehen. Unterstützung erhalten sie von Leopold Socha (Robert Wieckiewicz), ein Mitarbeiter der Stadt mit dem Verantwortungsbereich der Kanalisation.
Für seine Verschwiegenheit und Hilfe erhält Socha regelmäßig Geld von dem Flüchtling Ignacy Chiger (Herbert Knaup). Er zahlt nicht nur für sich und seine Frau, sondern auch für die anderen 19 Flüchtlinge, da er ein wohlhabender Jude ist. Doch lange reicht sein Vermögen nicht. Um sein Gesicht zu wahren, gibt Socha ihm das Geld, welches er vor der Gemeinschaft an ihn zurückzahlt.
Eine junge Frau gebar in der Gemeinschaft ein Kind. Aus Angst und Verzweiflung, dass das Weinen des Säuglings sie verraten wird, nahm die junge Mutter ihm das Leben und Socha gibt dem Unschuldigen eine würdevolle, letzte Ruhestätte. Diese Szene zeigt mir, wie ernst tatsächlich die Lage der verfolgten Juden ist und welche Opfer sie zum Schutz aller im Einzelnen bringen müssen.
Agnieszka Holland, eine Filmmacherin aus Polen, ist für den geschichtlich tiefgreifenden Film verantwortlich. Aus einer tragischen Begebenheit schafft sie für die Nachwelt ein Werk, das allen zeigt, so etwas darf es einfach nicht wieder geben. Und dafür sind wir alle verantwortlich.
Aus der Sicht von Ulrich Kriest geht Socha das Risiko nur des Geldes wegen ein. So empfinde ich die Darstellung im Film nicht, da der Zahlung des Geldes auch gewisse Leistungen entgegenstehen. Unter großer Gefahr müssen ausreichend Lebensmittel besorgt werden und er riskierte nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Frau und Tochter.
Ein Film, der der Generation der Zukunft zeigt, wenn wir nicht aufpassen, kann dies immer wieder geschehen.
Auf Grund der brutalen Szenen und Handlungen bin ich der Meinung, dass Jugendliche unter 14 Jahren ihn nur im Beisein von Erwachsen, die im anschließenden Gespräch die Gewalttaten erklären, anschauen dürfen.