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24.05.2006 Reisebericht von der Fahrt nach Frankreich(03.-10. Mai 2006)

Die Hinfahrt

Auch dieses Jahr fand wieder ein Schüleraustausch zwischen dem Gustav-Hertz-Gymnasium und dem collège Pierre de Coubertin in Frankreich statt. Nachdem die Franzosen bereits Anfang April hier waren, fuhren wir vom 3.-10. Mai 2006 nach Frankreich. Am Morgen des 3. Mai 2006 trafen wir uns 6 Uhr am Bahnhof und fuhren Richtung Frankfurt. Dort stiegen wir in den Zug nach Paris. Nach einer 7stündigen Fahrt mit Klimaanlagenausfall kamen wir in Paris an. Nun ging es weiter nach Reims. Um 19:00Uhr erreichten wir Reims, wo uns unserer Austauschschülerinnen abholten. Anschließend fuhr jeder mit seiner Gastfamilie nach Hause.

Collège "Pierre de Coubertin"

Nachdem wir mit dem Direktor des Collège "Pierre de Coubertin" einen Schulrundgang gemacht hatten, fuhren wir mit dem Schulbus zum Bürgermeister von Cormontreuil. Vor Ort war, wie jedes Jahr, die Presse anwesend. Ein Redakteur einer französischen Zeitung führte zunächst ein kurzes Interview mit dem Bürgermeister und den Lehrern beider Seiten. Anschließend wurde ein Gruppenfoto vor dem Rathaus aufgenommen. Danach gingen wir in einen kleinen Saal, wo schon Kuchen und Getränke bereit standen. Der stellvertretende Bürgermeister begrüßte uns herzlich und wünschte uns allen einen schönen Aufenthalt in Cormontreuil. Zur Erinnerung erhielten alle einen Kugelschreiber mit der Aufschrift "Ville de Cormontreuil" sowie einen Aufkleber mit dem Stadtwappen unserer Partnerschule.

Die Bastilika Saint-Rémy von Reims

Nach der Besichtigung von Taittinger gingen wir dann auch zur Basilika Saint-Rémy. Allerdings hatten wir diesmal keine Führung.
Schon vor der Kirche sahen wir ein Denkmal, was an den Frankenfürst Chlodwig erinnern sollte. Er wurde von Remigius getauft. Remigius war der Bischof von Reims und verstarb im Jahr 533 mit 96 Jahren. Er entstammte einer galloromanischen Familie. Sein Leichnam wurde außerhalb der Stadtmauer, in einer der heiligen Christopherus geweihten Kapelle beigesetzt. Etwa dort befindet sich heute eine Gruft (ein Ziel zahlreicher Pilger). Diese ursprüngliche Kapelle wurde zu einer Kirche umgebaut und dorthin überführte man dann den Leichnam, am 1. Oktober.
In der Basilika sahen wir dieses Grab. Es ist in einer Art Käfig, der fast vollkommen mit Gold verziert ist, verschlossen. Das ganze sieht sehr prunkvoll und schick aus. Wir haben erfahren, daß jeden 1. Oktober ein Fest stattfindet, bei dem der Sarg aus dem "Käfig" geholt wird und einmal um die Kirche getragen wird.
Aber das Grab ist nicht das Einzigste, was man in dieser Basilika sehen und entdecken kann. Es befindet sich auch ein großer Kronleuchter über den Stühlen. Dieser hat 96 Kerzen, die alle am 1. Oktober angezündet werden. Generell gibt es sehr viele Kerzen in dieser Kirche. Und Statuen. Die typischen Kirchenfenster sind auch vorhanden.
Dies wurde alles wieder neu aufgebaut. Denn im 1. Weltkrieg wurde die Saint-Rémy fast komplett zerstört: Reimsartilleriegeschosse setzten den Dachstuhl in Brand, zerstörten die Gewölberippen und durchlöcherten die Wände. Als 1918 die Südempore zusammenbrachen (Gründe dafür waren der Winter und ungünstige Witterungseinflüsse), stand das Hauptschiff unter freiem Himmel. Flammen verbrannten die Steine der Nordempore und zerstörten beiden Orgeln. Eine davon gehörte dem Chor. Es dauerte fast 40 Jahre, bis alles wieder aufgebaut wurde. Der Architekt Henri Deneux setzte sein ganzes Können für den naturgetreuen Wiederaufbau des ursprünglichen Bauwerkes ein. Am 12. Oktober 1958 wurde die Basilika endlich vollständig zum Gottesdienst freigegeben und ihrer ursprünglichen Bestimmung (eines umfangreichen Reliquienschreins) zurück gegeben.
Vor dem 1. Weltkrieg wurde das Bauwerk dreimal vergrößert und umgebaut. Jetzt besitzt die Basilika Saint-Rémy eine Außenlänge von 126 m und eine Breite von 28 m. Der höchste Turm ist 56 m hoch.
Die Meinung und Eindrücke unserer Klasse gehen getrennter Meinung: Einige finden, daß die Saint-Rémy riesig und schön ist. Andere wiederum finden sie müde und bedrückend. Jedoch ist es sehr sehenswert, den Kronenleuchter, das Grab, die Statuen, die vielen Kerzen und das ganze Bauwerk überhaupt zu sehen.


Taittinger

Um 14 Uhr ging es am Montag zu Taittinger, der wohl bekanntesten Champagnermarke. Am Beginn der Führung wurde ein kurzer Film über die Geschichte Taittingers gezeigt. So erfuhr man dass es mit dem Champagnerhaus Forest-Fourneaux begann, das nach dem 1. Weltkrieg in die Aktiengesellschaft "CCVC" und "Pierre Taittinger Mailly & Cie" umgewandelt wurde und seitdem Taittinger heißt (nach Pierre Charles Taittinger benannt).Später kam noch das Champagnerhaus Irroy dazu. Danach ging es tief in die Kellerei, ein unterirdisches Höhlensystem das von dem ehemaligen Kloster übrig geblieben ist. Schon die Mönche dieses Klosters lagerten in den Gewölben ihren Wein wegen der guten Bedingungen, die dort unten herrschen. Nach der Kellerbesichtigung wurde in die Abfüllanlage reingeschaut, die aber nicht in Betrieb war, weil der Montag ein Feiertag war. Deshalb schauten wir uns einen Film über die Champagnerproduktion an. Zum Schluss der Führung wurde natürlich ein kleines Schlückchen Champagner genossen.

Die Abschlussparty

Am Montagabend haben wir unsere Abschlussparty gefeiert. Zu Beginn hatten die Franzosen ein "Theaterstück" aufgeführt, für manche war es eine Überraschung, die meisten haben aber schon gewusst, worum es geht. - Es ging um den Unterricht an deutschen Schulen (also um eine unmögliche deutsche Schulklasse). Danach haben wir gegessen und natürlich gefeiert.