Wer war Krabat?

Wahrheit

Sein richtiger Name war: Johannes Schadowitz. Er wurde im Jahre 1624 in Croatien geboren. Nach dieser seiner Herkunft wurde er KROAT genannt. Das Volk verwandelte diesen Namen in KRABAT. Als Reiterobrist hatte er den sächsischen Herrscher, König August den Starken, aus türkischer Bedrohung befreit. Dafür schenkte er dem kroatischen Offizier das Gut Groß-Särchen. Oberst Johannes von Schadowitz war ein ungewöhnlich großer Mensch und ein südlicher Typ, wodurch er sich von den Dorfbewohnern unterschied, die ihm auch zahlreiche ungewöhnliche Verhaltensweisen nachsagten. Dadurch wurden ihm übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben. Da er viele Länder bereiste, andere Sitten und Bräuche kennen gelernt hatte und diese mit in das abgelegene Groß-Särchen brachte, gelangte er in den Ruf eines Zauberers. Oberst Johannes Schadowitz war Katholik und fuhr deshalb täglich aus dem evangelischen Groß-Särchen nach Wittichenau zur Messe. Er verkehrte gern mit seinem katholischen Pfarrer von Wittichenau. Das Sterbedatum des Obersten, der 29. Mai 1704, ist im Totenbuch von Wittichenau verzeichnet und mit der Bemerkung versehen, dass er im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Seine letzte Ruhestätte fand er in der katholischen Pfarrkirche zu Wittichenau.

Sage
Krabat

„Am Rande der sorbischen Heide soll vor vielen, vielen Jahren ein armer Hirte in einem kleinen Dorf gelebt haben. Er hatte einen Stiefsohn, und der hieß Krabat. Schon als Kind mußte dieser sein Brot selbst verdienen. Vom Frühjahr bis zum Herbst hütete er Gänse, was noch angehen mochte. Schlimm aber war es im Winter,da mußte Krabat bettelnd umherziehen. So kam er eines Tages an eine einsame, alte Mühle. Dort betrieb der Schwarze Müller sein Handwerk, ein böser Zauberer, der immer zwölf Gesellen hatte und sie auch die Zauberei lehrte. Jedes Jahr kam einer seiner Gesellen ums Leben, und immer war es der klügste. Krabat kam zur Mühle, als wieder einmal ein neuer Geselle gebraucht wurde. Der Schwarze Müller stellte ihn ein. Neben der harten Arbeit lernte Krabat das Zauberhandwerk. Nach einem Jahr bat Krabat seine Mutter, sie solle ihn aus der Mühle zurückholen, und er verabredete mit ihr, wie sie ihn in einer Schar Krähen erkennen könne. Die Mutter erbat sich vom Schwarzen Müller die Krähe, die sich mit dem Schnabel unter dem Flügel putzte. So entkam Krabat dem bösen Müller. Das Zauberbuch nahm er heimlich mit. Zu Hause sagte er zu seinem Vater: „Komm, wir wollen zum Viehmarkt. Dort verkaufst du mich einem der betrügerischen Händler als Ochsen. Die Kopfkette aber musst du behalten, sonst kann ich mich nicht mehr zurückverwandeln.“ So geschah es, und die Not wich für eine Weile aus dem Hause des Hirten. Als das Geld verbraucht war, wollte Krabat seinen Streich wiederholen, diesmal als Pferd. Da aber tauchte der Schwarze Müller auf, kaufte das Pferd und nahm auch das Zaumzeug mit. Nun musste Krabat all sein Wissen zusammennehmen und mit dem Schwarzen Müller kämpfen, bis dieser schließlich als Hahn erschien, um Krabat – er hatte sich in Getreidekörner verzaubert – aufzupicken. Da verwandelte sich Krabat in einen Fuchs und bis tot. Nun lebte Krabat in Frieden und half seinem Vater bei der Arbeit. Manchmal vergnügte er sich beim Schweinehüten damit, daß er die Schweine tanzen ließ. Das sah eines Tages der König. Und der König meinte, solch findiger Bursche könne ihm nützlich sein, nahm er ihn kurzerhand mit an seinen Hof. Dort nun saßen eines Tages lebende Frösche auf den feinen Tellern der königlichen Tafel, und in den Schüsseln krochen dicke Regenwürmer umher… Natürlich steckte Krabat dahinter – aber das ist schon eine andere Geschichte.“