Dr. Lothar Kreyssig

Dr. Lothar Kreyssig

»

Es ist darum eine ungeheuerliche Empörung und Anmaßung des Menschen,
Leben beenden zu dürfen,
weil er mit seiner beschränkten Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift.«

Dr. Lothar Kreyssig, 1940, Brief an den Justizminister

Kurzbiographie und Wirken

  • geboren am 30.10.1898 in Flöha
  • Vater, Paul Ferdinand Kreyssig war Kaufmann und Getreidegrosshändler
  • vier Schulbesuchsjahre in Flöha, dann Königliches Gymnasium Chemnitz
  • 1917-1918 Unteroffizier im Ersten Weltkrieg
  • 1919 Jurastudium in Leipzig, 1922 Erste Staatsprüfung
  • 17.02.1923 Vermählung mit Johanna Lederer
  • Referendar am Landgericht Chemnitz, 23.11.1923 Promotion, 1924 Grosse Staatsprüfung ein halbes Jahr Assessor in Chemnitz, 1925 Rechtsanwalt, danach Gerichtsassessor in Augustusburg
  • 01.05.1928 Landgerichtsrat in Chemnitz, Geburt der Söhne Peter (1924), Jochen (1929) und Uwe (1930)
  • 1931 Gründung der Notgemeinschaft für die Arbeitslosen in Flöha
  • 1933 Hilfe für verfolgte Juden, offener Protest gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus
  • 20.09.1934 Beitritt zur Bekennenden Kirche
  • 1937 Auswanderung nach Hohenferchesar (Brandenburg), Amtsgerichtsrat und Bauer
  • 08.07.1940 Brief an den Reichsjustizminister Gürtner gegen die Euthanasiemorde, Anzeige wegen Mordes gegen den Reichsleiter Bouhler, Auszug siehe oben
  • 12.12.1940 Beurlaubung vom Dienst, 04.03.1942 durch Erlass des Führers in den Ruhestand versetzt
  • Wirken in der Bekennenden Kirche, Widerstand gegen Krieg und Judenverfolgung, versteckt zwei Jüdinnen auf dem Bruderhof
  • ab Herbst 1945 Konsistorialpräsident der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg, später weitere hohe Kirchenämter in der DDR
  • 1950 Gründung des „Hilfsring“ zur besseren Akzeptanz und Integration von geistig Behinderten und Kranken durch und in die Gesellschaft
  • fortwährende Auseinandersetzungen mit der SED-Regierung zu Kirchen-,Schul- und Jugendfragen
  • 30.04.1958 gründet die Aktion „Sühnezeichen“
  • 1961 Zwangskollektivierung des Bruderhofes
  • 1971 Umzug nach Berlin/West, später Bergisch-Gladbach
  • 1974 Ruhestand
  • organisiert ab 1975 Sommerferienlager für behinderte Kinder
  • gestorben am 05.07.1986 im Altern von 87 Jahren
Kreyssig-Biografie

Kreyssig-Biografie
Konrad Weiß,
Bleicher Verlag

Wer mehr über Dr.Lothar Kreyssig erfahren möchte, der sollte seine Biografie lesen.

Konrad Weiß - Schriftsteller und Mitbegründer der wendeauslösenden Bürgerbewegung im Osten Deutschlands hat das Leben Kreyssigs aufgezeichnet:

„Diese Biografie zeichnet die unterschiedlichen Lebenssituationen Kreyssigs nach und ergründet die Motive für seine radikalen Wandlungen.
Sie stützt sich auf eine Autobiografie sowie zahlreiche Briefe und Dokumente. Erstmals werden auch literarische Texte Kreyssigs publiziert.
Darüber hinaus kommen Freunde und Weggefährten aus allen Lebensabschnitten zu Wort, die durch persönliche Erinnerungen und Eindrücke das Porträt dieses außergewöhnlichen Mannes ergänzen.“

Wikipedia-Artikel zu Dr. Lothar Kreyssig